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Zofingen

Zofingen im Wiggertal: Altstadt, Stadtkirche, römische Mosaiken, Heitern, Mühlethal, Industriegeschichte, Museum und Bildung.

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Brunnen und historische Häuser vor dem Turm der Stadtkirche
Niklaus-Thut-Platz mit Brunnen und Stadtkirche, April 2007. Foto: Roland Zumbühl, www.picswiss.ch · CC BY-SA 3.0.

Zofingen ist der Hauptort des gleichnamigen Bezirks und ein regionales Zentrum im unteren Wiggertal. Die Altstadt mit Stadtkirche, Plätzen und Brunnen bildet den historischen Mittelpunkt. Heiternplatz, römische Mosaiken, Industriegeschichte und die seit 2002 zugehörige ehemalige Gemeinde Mühlethal erweitern den Blick über diesen Kern hinaus.

Zofingen auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Zofingen
Bevölkerung13’016 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
LageÖstliche Seite des unteren Wiggertals
FunktionHauptort des Bezirks Zofingen
GemeindeteileStadt Zofingen, Mühlethal und weitere Siedlungsgebiete
Postleitzahl4800; Mühlethal 4812
Stadtzofingen.ch
BFS-Nr.4289

Die Altstadt als Mittelpunkt

Gassen, Plätze, Brunnen und die Stadtkirche prägen die erhaltene Altstadt. Die Frohburger Anlage wurde im 13. Jahrhundert erweitert und befestigt. Später verschwanden grosse Teile der Mauern und die Stadttore; Promenaden traten an ihre Stelle.

Der Niklaus-Thut-Platz erinnert an den Zofinger Schultheissen, der 1386 auf habsburgischer Seite in der Schlacht bei Sempach fiel. Die Erzählung, er habe das Stadtbanner sterbend im Mund verborgen, gehört zur lokalen Legende. Der Brunnen von 1894 setzt ihm ein sichtbares Denkmal.

Das Rathaus entstand 1792–1795 nach Plänen von Niklaus Emanuel Ringier. Innenhof und Bürgersaal gehören zu seinen besonderen Räumen. Eine gebuchte Stadtführung kann Gebäude und Geschichten genauer erschliessen; Informationen bietet der kommunale Altstadtrundgang.

Stadtkirche und römische Mosaiken

Die heutige Stadtkirche St. Mauritius steht auf älteren Vorgängerbauten. Die frühesten Grundmauern werden um das Jahr 600 datiert. Die dreischiffige Grundanlage geht auf das 11. Jahrhundert zurück; Chor, Krypta und Turm wurden später verändert. Der heutige Glockenturm wurde 1649 vollendet.

Südöstlich der Altstadt liegen die Überreste eines römischen Gutshofs. Die 1826 entdeckten Mosaikböden wurden restauriert und können gemäss Stadtinformation frei besichtigt werden. Sie machen die antike Besiedlung sichtbar, die der mittelalterlichen Stadt vorausging.

Frohburger, Habsburger und Bern

1044 erscheint Zofingen als «Zuvingen» in einer Urkunde. Die Frohburger entwickelten die Siedlung zur Stadt; Anfang des 13. Jahrhunderts erhielt sie Stadtrecht. Die häufig genannte Jahreszahl 1201 ist dabei nicht mit dem Beginn jeder örtlichen Besiedlung gleichzusetzen.

In den 1290er-Jahren verkauften die Frohburger Zofingen an die Habsburger. Nach der Kapitulation gegenüber Bern 1415 blieb die Stadt als bernische Munizipalstadt mit weitgehenden Freiheiten bestehen. 1528 brachte die Reformation die Auflösung des Chorherrenstifts.

1803 wurde Zofingen Bezirkshauptort im neuen Kanton Aargau. 1819 gründeten liberale Studenten hier die Verbindung Zofingia. Die Stadt spielte auch bei den Freischarenzügen von 1844 und 1845 eine Rolle.

Beleuchteter Brunnen und Häuser am Platz in der Dämmerung
Niklaus-Thut-Platz in der Abenddämmerung, Januar 2015. Foto: Schölla Schwarz · CC BY 3.0.

Industrie und die Nationalbahn

Textilgewerbe und Handel schufen früh Beziehungen ins Umland. Im 19. Jahrhundert förderten Dampfmaschinen die Industrialisierung. Später kamen unter anderem chemische Produktion, Druck und Druckmaschinenbau hinzu. Namen wie Siegfried, Ringier und Müller Martini gehören zu dieser örtlichen Wirtschaftsgeschichte.

Die Stadt beteiligte sich an der Schweizerischen Nationalbahn, deren Strecke 1877 Zofingen erreichte. Nach dem Konkurs der Gesellschaft trug sie hohe Schulden, die erst 1943 vollständig zurückbezahlt waren. Dieser Verkehrsausbau hatte damit erhebliche kommunale Folgen.

Zofingen und Siedlungsraum im Wiggertal aus der Luft
Luftaufnahme von Zofingen und Umgebung, April 2023. Foto: Jérémy Toma · CC BY-SA 4.0.

Wohnquartiere und Gewerbezonen dehnten sich in der Wiggerebene und an den östlichen Hängen aus. Seit 2002 gehört auch Mühlethal zur Stadtgemeinde. Der ländlichere Ortsteil und die Seitentäler bilden einen anderen Siedlungstyp als die dicht bebaute Altstadt und Ebene.

Heiternplatz, Wald und Veranstaltungen

Der Heiternplatz wurde 1745 als Musterungsplatz gestaltet. Sein Lindengeviert bildet heute eine Kulisse für Veranstaltungen und einen Aussichtspunkt über die Stadt. Ein redaktioneller Spaziergang kann Altstadt und Heitern miteinander verbinden.

Totholz und Pilze im herbstlichen Stiftswald
Stiftswald bei Zofingen, Oktober 2024. Foto: Arkelin · CC BY 4.0.

Die Wald- und Hanggebiete ergänzen die Naherholung. Die Stadt besitzt seit dem Mittelalter ausgedehnte Waldflächen in Zofingen und Umgebung. Für konkrete Wanderungen sollte die Route anhand der offiziellen Wanderwegkarte ausgewählt werden.

Das Kinderfest gehört zu den prägenden örtlichen Traditionen. Heitere Open Air, Bio Marché und Powerman sind weitere bekannte Veranstaltungen mit jeweils eigener Geschichte. Die konkreten Jahrestermine stehen bei den zuständigen Veranstaltern und im städtischen Kalender.

Museum und kultureller Alltag

Das Museum Zofingen besitzt eine historische und eine naturhistorische Abteilung. Zu seinen Themen gehören Archäologie, Stadtgeschichte, Zofingia, Münzen und Naturaliensammlungen. Grabfunde aus der Stadtkirche verbinden die Ausstellung mit der frühen Ortsgeschichte.

Das ehemalige Alte Schützenhaus wird seit 1982 als Kunsthaus genutzt. Bibliothek, Museum, Ausstellungen und weitere Kulturorte tragen zur regionalen Bedeutung Zofingens bei. Zugänglichkeit und Veranstaltungen sind auf den jeweiligen Betreiberseiten zu prüfen.

Bildung und Betreuung

Die Schule Zofingen organisiert die kommunale Volksschule. Darüber hinaus bildet das Bildungszentrum mit Kantonsschule und beruflicher Bildung einen regionalen Schwerpunkt.

Die schulischen Tagesstrukturen betreuen Kindergarten- und Primarschulkinder an Schultagen sowie während sieben Ferienwochen. Oberstufenkinder können den Mittagstisch besuchen. Das Angebot ist daher nach Altersstufe und Modul zu unterscheiden.

Die Stadt vermittelt ausserdem Informationen zu Kitas, Spielgruppen und Tagesfamilien. Betreuungsgutscheine unterstützen berechtigte Familien; Voraussetzungen und Umfang hängen unter anderem von Einkommen und Erwerbstätigkeit ab.

Anreise

Der Bahnhof Zofingen bildet einen regionalen Bahn- und Busknoten. Die Altstadt liegt in seiner Nähe, während Heitern und Mühlethal andere Zugänge erfordern. Im SBB-Fahrplan lässt sich das gewünschte Ziel gezielt auswählen.

Über den dicht bebauten Talraum hinaus umfasst Zofingen Hang- und Waldgebiete mit dem Weiler Bottenstein sowie die Seitentäler Riedtal und Mühletal. Bottenstein bezeichnet hier einen Zofinger Siedlungsbereich; er ist von der gleichnamigen Burgruine bei Bottenwil zu unterscheiden.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.