Albeuve
Albeuve in Haut-Intyamon: Wiederaufbau nach dem Dorfbrand von 1876, Kirche Mariä Himmelfahrt, Holzhandwerk und Bahn im Saanetal.
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In diesem Artikel
Albeuves Ortsbild erzählt vom Wiederaufbau nach einem verheerenden Brand. Die Kirche Mariä Himmelfahrt überragt die Häuser am linken Ufer der Saane; dahinter steigen die Hänge der Freiburger Voralpen an. Das Dorf ist seit 2002 Teil von Haut-Intyamon und Sitz der Gemeindeverwaltung. Zu seiner früheren Gemeinde gehörte auch Les Sciernes-d’Albeuve.
Steckbrief
| Ort | Albeuve |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Haut-Intyamon |
| Kanton und Bezirk | Freiburg · District de la Gruyère |
| Ortssprache | Französisch |
| Lage | Linkes Saaneufer im oberen Intyamon |
| Gemeindezugehörigkeit | Haut-Intyamon seit 1. Januar 2002 |
Der Brand von 1876 und die neue Kirche
Am 20. Juli 1876 zerstörte ein Grossbrand nahezu das ganze Dorf. Nach der Gemeindegeschichte brannten innert zwei Stunden mehr als 160 Häuser sowie Kirche und Pfarrhaus; nur fünf Häuser blieben verschont. Für das Verständnis Albeuves ist dieses Ereignis zentral: Ein alter Siedlungsplatz kann ein wesentlich jüngeres bauliches Erscheinungsbild besitzen.
Die Kirche Mariä Himmelfahrt wurde zwischen 1876 und 1883 neu errichtet. Ein Rundgang entlang der Dorfstrassen und zur Kirche ist ein redaktioneller Vorschlag, um den Zusammenhang zwischen Siedlung und Wiederaufbau zu betrachten. Der tatsächliche Zugang zum Kircheninnern ist vor Ort zu beachten.

Eine bischöfliche Insel in der Grafschaft
Die Bezeichnung «Alba aqua» ist zwischen 1019 und 1037 belegt. Albeuve war Besitz des Bischofs von Lausanne innerhalb der Grafschaft Greyerz und ging zeitweise an das Domkapitel über. Diese Sonderstellung unterschied das Dorf von den meisten Nachbarorten des Intyamon.
1536 besetzten Freiburger Truppen den Ort; 1537 wurde er Freiburg angegliedert. Albeuve kam zur Vogtei Bulle, während die umliegenden Dörfer zur Vogtei Greyerz gehörten. Auch kirchlich besass Albeuve eine weit zurückreichende Eigenständigkeit: Montbovon blieb bis 1618 Teil seiner Pfarrei.
Landwirtschaft und Arbeit mit Holz
Viehzucht, Futterbau und Käsewirtschaft bildeten wichtige Erwerbszweige. Daneben entwickelte sich eine Holzindustrie: Das Historische Lexikon nennt Chaletbau seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert sowie Möbel- und Küchenausbau im 20. Jahrhundert. Die aktuelle Gemeindedarstellung führt für Albeuve und Les Sciernes-d’Albeuve weiterhin Bau- und Holzbaubetriebe an.
Die Marivue und wiederholte Überschwemmungen gehören ebenfalls zur Ortsgeschichte. Sie zeigen, dass neben dem Brand auch das Wasser die Entwicklung des Dorfes beeinflusste. Die frühere Gemeinde umfasste sowohl den Talort als auch den höher gelegenen Weiler Les Sciernes.
Verwaltung, Schule und Bahn
Die Gemeindeverwaltung von Haut-Intyamon befindet sich in Albeuve. Der Zusammenschluss mit Lessoc, Montbovon und Neirivue trat am 1. Januar 2002 in Kraft. Für kommunale Anliegen ist deshalb Haut-Intyamon zuständig; Albeuve ist heute keine eigene politische Gemeinde.
Der Schulalltag orientiert sich inzwischen nach Neirivue. Dort steht seit Januar 2025 das neue Schulhaus mit schulergänzender Betreuung. Die Kinder aus den anderen Dörfern fahren nach Angaben der Gemeinde mit dem Zug; Begleitpersonen betreuen die Jüngeren im Zug und auf dem Weg zwischen Station und Schule.
Albeuve liegt an der Bahnstrecke Bulle–Montbovon. Der amtliche Fahrplan der Strecke erlaubt die Planung von Dorfausflügen ohne Auto. Die historische Bahnhofsanlage entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts; für heutige Verbindungen gelten die aktuellen Verkehrsmeldungen.
Karte
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Quellen und Prüfstand
Inhalt geprüft am 2026-10-02. Bildnachweise stehen bei den Fotos.