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Attalens

Attalens zwischen Mont Vuarat und Mont Pèlerin: privates Schloss, Notre-Dame du Chêne, Dorfteile, Le Petit Prince, Betreuung und Busse nach Vevey.

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Schloss Attalens
Das Schloss von Attalens am 30. Oktober 2010. Foto: Ludovic Péron · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Attalens liegt im hügeligen Übergang zwischen der Veveyse und dem Genferseegebiet. Über dem Dorf stehen das Schloss und die Pfarrkirche; die Kapelle Notre-Dame du Chêne verbindet einen alten Wallfahrtsort mit Freiburger Kunst des 20. Jahrhunderts. Schule, Sportanlagen und Betreuung machen Attalens zugleich zu einem Zentrum für Familien aus mehreren Gemeinden.

Die französischsprachige Gemeinde gehört zum Bezirk Veveyse im Kanton Freiburg. Zu ihr zählen auch Tatroz, Vuarat, Corcelles und Rombuet. Der Mont Vuarat und der Mont Pèlerin bilden den landschaftlichen Rahmen, während die Verkehrsverbindungen nach Vevey und Palézieux über die Kantonsgrenze führen.

Attalens auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Veveyse
BFS-Nr.2321
Bevölkerung3’690 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
Erstnennung867 als Haltningum
VerwaltungRue de l’Eglise 4, 1616 Attalens
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Das Tal zwischen zwei Höhenzügen

Die Gemeinde beschreibt ihre Lage als ein vom Rhonegletscher geformtes Tal zwischen Mont Vuarat und Mont Pèlerin. Der Dorfkern liegt ungefähr auf 780 Metern, der Mont Vuarat erreicht knapp 985 Meter. Die Höhe und die bewaldeten Hänge unterscheiden Attalens von den Gemeinden unmittelbar am Seeufer.

Vuarat steht zugleich für einen Ortsteil und den benachbarten Höhenzug. Tatroz und Rombuet gehören zu den weiteren Siedlungen ausserhalb des Hauptdorfs. Tatroz und Vuarat sind schon in der mittelalterlichen Geschichte der Herrschaft Bossonnens fassbar: Amédée d’Oron erwarb dort Land und Rechte. Corcelles liegt am Weg zwischen Attalens und den Burgresten von Bossonnens.

Landwirtschaftliche Flächen und Wald nehmen weiterhin einen grossen Teil des Gemeindegebiets ein. Nachbarschaft besteht sowohl mit Freiburger Gemeinden als auch mit Chardonne, Jongny, Corsier-sur-Vevey und Oron in Waadt. Die Kantonsgrenze schneidet deshalb durch einen zusammenhängenden Wohn-, Arbeits- und Verkehrsraum.

Ein Schloss, das heute privat genutzt wird

Die Burg entstand gegen Ende des 12. oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Attalens wurde im November 1475 von Freiburger Truppen eingenommen; das Dorf brannte. Nach einer zwischenzeitlichen Rückgabe an Savoyen kam die Herrschaft 1536 unter Freiburger Oberhoheit. Freiburg kaufte sie schliesslich 1615 dauerhaft und richtete eine Vogtei ein.

Nach dem Ende dieser Herrschaftsordnung verkaufte der Staat das Schloss 1804 an die Gemeinde. Die Pfarrei erwarb es 1882 für ein Hospiz. Seit 1968 ist es wieder privat. Die aktuelle Gemeindevorstellung hält ausdrücklich fest, dass das Schloss nicht besichtigt werden kann. Sein Erscheinungsbild lässt sich somit in den Ortsrundgang einordnen, ohne einen öffentlichen Innenbesuch vorauszusetzen.

Notre-Dame-de-l’Assomption und Notre-Dame du Chêne

Die Pfarrei Attalens ist seit 1166 belegt. Die heutige Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption wurde 1860 errichtet und ersetzte einen älteren romanischen Bau. Die Pfarrei umfasst heute auch Bossonnens und Granges (Veveyse). Aktuelle Gottesdienst- und Kontaktinformationen stehen auf der Gemeindeseite zur Pfarrei.

Pfarrkirche von Attalens
Notre-Dame-de-l’Assomption am 23. August 2011. Foto: Pymouss · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die kleinere Kapelle Notre-Dame du Chêne an der Route de Vuarat wurde 1882 gebaut. Schon im 18. Jahrhundert befand sich dort ein Marienoratorium. Die heutige Kapelle verbindet Glasfenster von Henri Broillet, keramische Marienbilder von Yoki und einen ungewöhnlichen Kreuzweg.

Diesen schuf Charles Cottet 1959 auf einfachen Brettern von Verpackungskisten. Das bescheidene Material bildet einen Kontrast zum ausgearbeiteten religiösen Bildprogramm. Die Tourismusorganisation kennzeichnet die Kapelle als nicht rollstuhlgängig; feste Öffnungszeiten sind dort nicht angegeben.

Von Haltningum zu Steinbrüchen und Orgelbau

Die älteste überlieferte Nennung stammt von 867: Haltningum erscheint in einer Schenkung König Lothars II. Das belegt den Ortsnamen, kein Gründungsdatum. Später bestanden Besitzrechte der Abtei Saint-Maurice; die Geschichte der Herrschaft verband Attalens eng mit Oron und Bossonnens.

Eine jüngere wirtschaftliche Spur ist der Sandstein von Attalens. Vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1960er-Jahre wurde er für Pflastersteine abgebaut. Die Brüder Savoy unterhielten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Orgelbauwerkstatt. Molkereien lieferten zu Beginn des 20. Jahrhunderts Milch an Nestlé in Vevey. Diese Tätigkeiten erklären Verbindungen zum Seegebiet lange vor dem heutigen Pendelverkehr.

Le Petit Prince: ein Schulkreis für drei Gemeinden

Die Schule Le Petit Prince gehört zum Schulkreis Basse-Veveyse mit Attalens, Granges und Remaufens. Das Bulletin 2026/27 nennt Unterricht von 1H bis 8H an den Standorten Attalens und Remaufens. In Attalens verteilen sich die Klassen auf die Gebäude Le Mouton, Les Roses, Les Blés, L’Aviateur und Le Renard. Die Schulleitung und das Sekretariat befinden sich an der Rue de l’Eglise 26.

Die schulergänzende Betreuung der Basse-Veveyse nutzt in Attalens die Gebäude Renard und Aviateur; ein weiterer Standort ist La Comète in Remaufens. Die Module reichen grundsätzlich von 7 bis 18.30 Uhr, mittwochs endet das Angebot gemäss aktuellem Schulbulletin um 17.30 Uhr. Ferienbetreuung wird für ausgewählte Wochen gesondert organisiert.

Für jüngere Kinder bietet die Krippe Les Petits Lions Betreuung ab drei Monaten im Schulgebäude Le Mouton. Die Postadresse lautet Rue de l’Eglise 18. Die Anmeldung beginnt mit einer Warteliste; eine verfügbare Betreuungszeit lässt sich daraus nicht automatisch ableiten.

Wald, Sport und Treffpunkte im Dorf

Der botanische Weg im Bois de la Rotta gehört zu den in der Gemeindevorstellung genannten Freizeitorten. Beim Schulareal liegt ein Kunstrasenplatz. Die Ludothek Papayou im Gebäude Les Blés ergänzt die Spiel- und Freizeitangebote; ihre aktuellen Informationen sind im Schulbulletin verzeichnet.

Gemeindeverwaltung Attalens
Die Gemeindeverwaltung von Attalens am 23. August 2011. Foto: Pymouss · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Verwaltung befindet sich an der Rue de l’Eglise 4. Attalens besitzt einen Conseil communal mit sieben Mitgliedern und einen Conseil général mit 30 Mitgliedern. Damit werden die laufende Verwaltung und die parlamentarische Behandlung von Gemeindevorlagen durch zwei unterschiedliche Organe getragen.

Busverbindungen nach Vevey, Granges und Palézieux

Attalens wird von TPF und VMCV bedient. Im aktuellen VMCV-Netzplan führt die Linie 216 von Vevey über Jongny und Attalens nach Bossonnens. Die Linie 217 verbindet Vevey und Attalens über Granges mit Palézieux. Hinzu kommt die TPF-Linie 481 Palézieux–Attalens–Bossonnens.

Für eine Reise ist die passende Haltestelle zu wählen: Das Gemeindegebiet umfasst mehr als den Halt Attalens, village. Aktuelle Verbindungen und Störungsmeldungen stehen bei VMCV sowie auf der Verkehrsseite der Gemeinde.

Redaktioneller Ausflugsvorschlag: Den Dorfkern mit der Pfarrkirche erkunden und die Kapelle Notre-Dame du Chêne als eigenes Ziel ergänzen. Wer die mittelalterlichen Burgreste sehen möchte, findet sie im benachbarten Bossonnens; dort besteht ein ausgewiesener Lehrpfad.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Rue de l’Eglise 4, 1616 Attalens.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.