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Grolley-Ponthaux

Grolley-Ponthaux mit Corsalettes und Nierlet-les-Bois: vier Dörfer, Kirchen, Wanderwege, Schule, Bahn und Bus in der neuen Freiburger Gemeinde.

Aktualisiert am

Kirchturm von Grolley zwischen Bäumen und Dorfplatz
Die Kirche von Grolley am 11. Oktober 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Grolley-Ponthaux verbindet einen Bahnhofsort mit drei Dörfern im ländlichen Westen des Saanebezirks. Grolley, Corsalettes, Ponthaux und Nierlet-les-Bois haben seit dem 1. Januar 2025 eine gemeinsame politische Gemeinde. Ihre Kirchen, Kapellen, Höfe und Verkehrswege erzählen jedoch unterschiedliche Geschichten. Zwischen dem Bahnanschluss in Grolley und der kleinen Kapelle von Nierlet-les-Bois lässt sich diese Vielfalt gut entdecken.

Die französischsprachige Gemeinde liegt im Kanton Freiburg, westlich von Belfaux. Der Doppelname ist jung; die vier Ortsnamen bleiben für Adressen, Haltestellen und die Orientierung im Alltag massgeblich.

Grolley-Ponthaux auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Sarine / Saane
BFS-Nr.2239
Bevölkerung2’881 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
OrteGrolley, Corsalettes, Ponthaux und Nierlet-les-Bois
Gründung1. Januar 2025, Fusion von Grolley und Ponthaux
SpracheFranzösisch
VerwaltungRoute de l’Eglise 2, 1772 Grolley
WebsiteCommune de Grolley-Ponthaux

Vier Orte, drei Zusammenschlüsse

Grolley ist der Bahn- und Verwaltungsstandort. Die erste schriftliche Nennung als de Groslerio stammt von 1137/1138. Mit dem 1876 eröffneten Bahnhof entstanden neue Wohnquartiere; später kamen gewerbliche und militärische Nutzungen hinzu. Das Dorf bildet damit einen anderen Schwerpunkt als die kleineren Siedlungen der Gemeinde.

Corsalettes liegt abseits der grossen Durchgangsverbindung zwischen den Gewässern Chandon und La Morte. Der 1275 erwähnte Ort gehörte früher zum Seebezirk. Erst mit seinem Anschluss an Grolley im Jahr 2000 wechselte er in den Saanebezirk. Historisch war er eng mit dem Kloster Hauterive verbunden; kirchlich orientierte er sich seit dem 15. Jahrhundert nach Courtion. Diese Beziehungen erklären, weshalb die Geschichte der heutigen Gemeinde über den Saanebezirk hinausführt.

Ponthaux, 1142 als Pontet erwähnt, gehörte im Mittelalter zur Herrschaft Montagny. Der Ort wurde 1447 im Krieg zwischen Freiburg und Savoyen niedergebrannt und gelangte 1478 unter Freiburger Herrschaft. Nierlet-les-Bois wiederum war bis 1981 eine eigene Gemeinde. Danach gehörte es zu Ponthaux; beide Orte gingen 2025 gemeinsam mit Grolley und Corsalettes in der heutigen Gemeinde auf.

Zwei Pfarrkirchen und die Kapelle Saint-Gorgon

Die heutige Kirche von Grolley wurde 1910 geweiht. Ihre Vorgeschichte reicht zu einer 1354 belegten Kapelle zurück. Nach einem Brand von 1759 entstand ein Neubau; 1802 löste sich Grolley von der Pfarrei Belfaux. Der Kirchturm ist bis heute ein Orientierungspunkt im alten Dorfbereich.

In Ponthaux führt die Spur zur Kirche Saint-Maurice. Ponthaux und Nierlet-les-Bois bildeten ab 1879 eine selbstständige Pfarrei, nachdem sie zuvor zu Prez gehört hatten. Die neue Kirche wurde 1882 eingeweiht. So entspricht die kirchliche Verbindung der beiden Dörfer einer Zusammengehörigkeit, die schon rund ein Jahrhundert vor der politischen Fusion von 1981 bestand.

Pfarrkirche Saint-Maurice in Ponthaux mit schlankem Uhrturm
Saint-Maurice in Ponthaux am 11. Oktober 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Kapelle Saint-Gorgon in Nierlet-les-Bois setzt einen kleineren, eigenständigen Akzent. Ein Vorgängerbau von 1599 gehörte der Familie de Gottrau, ebenso wie das 1870 abgebrannte Schloss. 1877 ersetzte die heutige Kapelle das ältere Gotteshaus. Für einen Besuch lohnt sich der kurze Blick auf die Eingangsfassade mit ihrem kleinen Glockenaufsatz; verbindliche Innenöffnungszeiten sollte man vor Ort beziehungsweise bei der Pfarrei abklären.

Kapelle Saint-Gorgon in Nierlet-les-Bois mit Treppe und rotem Dachreiter
Die Kapelle Saint-Gorgon in Nierlet-les-Bois am 11. Oktober 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Landsitze, Gewerbe und Armeelogistik

Grolley besitzt auch weltliche Baudenkmäler. Der Landsitz de Chollet stammt aus dem Jahr 1749. Das Schweizer Kulturgüterschutzinventar führt ihn an der Route du Château 1 und nennt ausserdem das Château de Nicolas Kern in La Rosière. Die beiden Anlagen sind eigene Objekte. Für einen Rundgang eignen sie sich als architektonische Bezugspunkte; aus dem Schutzstatus ergibt sich kein öffentlicher Zugang zu Grundstücken und Innenräumen.

Bemerkenswert ist die industrielle Seite des Inventars: Auch der Malzsilo der früheren Brasserie Beauregard an der Route du P.A.A. 25 und die Werkstätten des Armeefuhrparks stehen darin. Das Kulturerbe umfasst hier also ebenso Lagerung und Fahrzeugunterhalt wie repräsentative Wohnbauten.

Die Armee ist weiterhin vor Ort: Ihre Retablierungsstelle beim Logistikcenter Grolley befindet sich an der Route du Parc Automobiles de l’Armée. Wer militärische Ausrüstung abgeben oder instand stellen lassen muss, findet dort die aktuellen Betriebszeiten. Für einen touristischen Spaziergang sind die öffentlich zugänglichen Dorfstrassen und Wanderwege die passenden Ziele.

Kurze Runde und längere Dorfverbindungen

Die Gemeinde stellt fünf markierte Spazier- und Wanderwege mit einer gemeinsamen Übersichtskarte vor. Sie verbinden Grolley mit der umliegenden Landschaft und benachbarten Dörfern. Die Karte hilft besonders dann, wenn der Ausflug über den engeren Dorfkern hinausführen soll.

Für einen überschaubaren Einstieg beschreibt Freiburg Tourismus den «Tour de Grolley – Petit circuit»: eine Rundstrecke von 4 Kilometern mit 54 Höhenmetern und einer Richtzeit von 1 Stunde 5 Minuten. Das ist eine eigenständige Rundtour um Grolley; sie umfasst nicht automatisch alle vier Ortschaften. Für Ponthaux und Nierlet-les-Bois lässt sich ein separater Dorfbesuch mit der Busfahrt verbinden.

Schule und Betreuung in der neuen Gemeinde

Die gemeinsame Primarschule heisst Ecole du Bonheur. Die Gemeinde führt sie an der Route de l’Ecole 1 in Grolley und veröffentlicht dort Informationen für die Stufen 1H bis 8H. Ergänzend bietet die Schulwebsite Einblick in den Schulalltag und die zuständigen Kontaktstellen.

Das Accueil extrascolaire betreut Kinder von 1H bis 8H vor, zwischen und nach den Lektionen. Es befindet sich in «La Résidence» gegenüber der Schule; für das Schuljahr 2026/27 sind die einzelnen Betreuungsblöcke publiziert. Während der Ferien arbeiten Grolley-Ponthaux, Belfaux und Misery-Courtion zusammen. Betreuungsort und Anmeldefrist wechseln je nach Ferienabschnitt und stehen im gemeinsamen Kalender.

Mit Bahn und Bus zu den Dörfern

Grolley liegt an der Bahnlinie Freiburg–Payerne–Yverdon-les-Bains. Der Bahnhof ist der praktische Ausgangspunkt für einen Besuch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ponthaux und Nierlet-les-Bois haben andere Zugänge: Die TPF-Linie 340 verbindet Grolley mit Avry-Matran über Ponthaux und Noréaz.

Für Nierlet-les-Bois ist ein genauer Blick auf die Verbindung wichtig: Nur bestimmte Kurse der Linie 340 bedienen die Halte «centre» und «Prali Simon». Andere fahren über «Ponthaux, auberge». Der im Oktober 2026 gültige Fahrplan unterscheidet zudem Schul-, Werktags- und Wochenendkurse. Deshalb lohnt es sich, Hin- und Rückfahrt mit der konkreten Haltestelle zu planen.

Überdachte Bahnsteige und Bushaltestelle am Bahnhof Grolley
Der Bahnhof Grolley am 17. Februar 2019. Foto: Peter Guggisberg · CC0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Karte und Orientierung

Der Marker zeigt die Gemeindeverwaltung im Dorf Grolley. Ponthaux und Nierlet-les-Bois liegen südwestlich, Corsalettes nördlich davon.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherchiert am 1. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Stand 31. Dezember 2025, kantonale Veröffentlichung vom 26. August 2026. Gebietsstand: aktuelle Gemeinde seit 1. Januar 2025.

Die datierten Fotografien zeigen den jeweiligen Aufnahmezustand. Bildnachweise und freie Lizenzen stehen an den Fotos.