Hottwil
Hottwil: historisch bernisches Dorf im Tafeljura mit Untervogtei und Rebbau; seit 2010 Teil von Mettauertal.
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Hottwil liegt in einem offenen Talkessel zwischen Aare- und Rheintal. Das Dorf gehört seit 2010 zu Mettauertal, besitzt aber eine andere Herrschafts- und Konfessionsgeschichte als seine früher österreichischen Nachbarn. Alte Bauernhäuser, Untervogtei und Rebhänge am Wessenberg sind markante örtliche Bezugspunkte.
Hottwil auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Laufenburg |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Mettauertal |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Lage | Talkessel im Tafeljura am oberen Ende des Mettauertals |
| Zugehörigkeit | Seit 2010 Teil von Mettauertal |
| Historischer Charakter | Früher bernisches, reformiertes Dorf |
Bernische Geschichte im Fricktal
1468 eroberte Bern die Herrschaft Wessenberg. Hottwil wurde der Landvogtei Schenkenberg zugeordnet und später reformiert. Kirchlich gehört es zu Mandach. Diese Entwicklung unterscheidet es von den Nachbardörfern im Mettauertal, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum österreichischen Fricktal gehörten.
Bei der Kantonsgründung 1803 kam Hottwil zum Bezirk Brugg. Mit dem Zusammenschluss von 2010 gehört es heute mit der Gemeinde Mettauertal zum Bezirk Laufenburg. Die frühere Bezirkszuordnung darf deshalb nicht als aktueller Stand erscheinen.
Spuren alter Herrschaft und alter Häuser
Auf dem Wessenberg befinden sich Reste der gleichnamigen Burg. Der Hang ist zugleich ein Weinbaustandort; der Name «Wessenberger» lebt im örtlichen Wein weiter. Das Dorf wird von mehreren Jurahöhen umgeben, darunter Laubberg und Hottwilerhorn.
Die Gemeindegeschichte datiert das Untervogtshaus auf 1538/39 und weist darauf hin, dass es häufig irrtümlich als Zehntenhaus bezeichnet wird. Auch beim Bären und weiteren alten Bauten sind Jahreszahlen des 16. Jahrhunderts überliefert. Die Untervogtei ist somit ein konkreter Zugang zur früheren Verwaltungsgeschichte.

Rebbau und Heimarbeit
Landwirtschaft und Weinbau waren lange wichtige Erwerbsgrundlagen. Im 18. Jahrhundert kam Baumwollverarbeitung hinzu. Als Heimarbeit und später auch der Rebbau an Bedeutung verloren, nahm die Bevölkerung stark ab. Erst im späteren 20. Jahrhundert entstanden wieder neue Wohnbauten.
Der alte Kern blieb dabei ein wesentliches Merkmal. Die Gemeindedarstellung betont die Erhaltung des Dorfbildes und ein massvolles Wachstum. Ein Rundgang am Dorfplatz und zur Untervogtei lässt diese Verbindung zwischen überlieferten Gebäuden und bewohntem Dorf erkennen.
Namen und heutiger Alltag
Zur frühen Erwähnung nennen die Quellen unterschiedliche Belege: Die Gemeinde führt 1150 «Hottiwilare» an, das HLS nennt 1289 «Hotwil». Hier wird daraus kein ungesichertes Gründungsjahr abgeleitet. Die heutige Schule Mettauertal arbeitet an den Standorten Etzgen und Wil; die Oberstufe gehört zur Kreisschule Regio Laufenburg.
Die gemeinsame Organisation erläutert der Gemeindeartikel Mettauertal. Hottwil bewahrt darin den besonderen Bezug zum bernischen Aargau und zum Weinbau am Wessenberg.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.