Illens
Illens in Gibloux: Burgruine über der Saaneschlaufe, der unvollendete Palaisbau von Guillaume de la Baume und Besuch über die frei zugängliche Esplanade.
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Illens liegt über einer markanten Saaneschlaufe. Die Burgruine gegenüber dem verschwundenen Burgstädtchen Arconciel verbindet mittelalterliche Verkehrswege mit den Burgunderkriegen. Zum Ort gehört auch das frühere Burggehöft; beides liegt heute in der Gemeinde Gibloux.
Steckbrief
| Ort | Illens |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Gibloux |
| Kanton und Bezirk | Freiburg · District de la Sarine |
| Ortssprache | Französisch |
Was frei zugänglich ist
Nach den Angaben des Burgvereins ist die Esplanade ganzjährig zu Fuss frei zugänglich. Ab dem Hof Illens sind es ungefähr 600 Meter; der letzte Abschnitt führt auf einem Kiesweg durch den Wald. Beim Hof gibt es einen Parkplatz. Auf der Esplanade ist ein Picknick möglich.
Das Burginnere bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen. Besuche und Führungen sind auf Anfrage sowie bei Veranstaltungen möglich. Wer die Innenräume sehen möchte, sollte deshalb vorab den Verein kontaktieren. Der Ort liegt in einem kantonalen Wildschutzgebiet; die markierten Wege und die Ruhe der Tierwelt sind zu respektieren.
Ein komfortabler Bau vor den Burgunderkriegen
Guillaume de la Baume, Kammerherr Karls des Kühnen, liess nach 1470 ein aufwendiges Palais errichten. Kamine und Aborte zeigen den Anspruch an Wohnkomfort. Der Bau blieb unvollendet: Freiburger und Berner Truppen nahmen ihn am 3. Januar 1475 ein.
Die Lage über dem Fluss stand in Beziehung zum gegenüberliegenden Arconciel. Beide Burgen sicherten die Zugänge zu einem Saaneübergang. Ob dieser in der fraglichen Phase eine Furt oder eine Brücke war, lässt das Historische Lexikon offen.
Vom Burggehöft zur Kleinstgemeinde
Granges d’Illens, das ursprüngliche Burggehöft mit besonderer Rechtsstellung, erhielt 1845 Gemeindestatus. Die Kleinstgemeinde umfasste nie mehr als drei Haushaltungen und wurde ab 1885 gemeinsam mit Rossens verwaltet.
1972 erfolgte die Fusion mit Rossens, 2016 der Anschluss an Gibloux. Kirchlich war Illens zunächst Farvagny zugeordnet; seit 1876 bildet es mit Rossens eine eigene Pfarrei. Beim Stallneubau von 1915 kamen die Grundmauern einer romanischen Nikolauskapelle zum Vorschein.
Ruine und heutige Pflege
Um 1900 nutzte eine Gemeinschaft von Trappistenmönchen den behelfsmässig gedeckten und ausgebauten Burgbau. Heute betreut der Burgverein die Anlage und die Überreste der früheren Befestigung.
Das Titelbild stammt von 2010 und zeigt den Zustand vor späteren Erhaltungsarbeiten. Es ist keine aktuelle Bauzustandsaufnahme. Ein redaktioneller Vorschlag ist ein eigenständiger Besuch der Esplanade, gegebenenfalls verbunden mit Rossens. Der kurze Zugang ab dem Hof und eine grössere Flusswanderung sind dabei unterschiedliche Unternehmungen.
Karte
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Quellen und Prüfstand
Inhalt geprüft am 2026-10-02. Bildnachweise stehen bei den Fotos.