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La Verrerie

La Verrerie: Le Crêt, Grattavache und Progens, frühere Glasfabrik, Saint-Loup, Mosse d’En Bas und heutige Schule mit Semsales.

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Kirche Saint-Loup in Le Crêt
Saint-Loup in Le Crêt am 13. August 2011. Foto: WWHenderson20 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

La Verrerie verdankt ihren Namen einer Glasfabrik, ihren heutigen Gemeinderaum aber drei Dörfern. Le Crêt, Grattavache und Progens schlossen sich 2004 zusammen. Die Kirche Saint-Loup auf der Höhe, die frühere Industriesiedlung und die Moorpfade am Bois de Ban setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Die französischsprachige Gemeinde liegt in der Haute-Veveyse im Kanton Freiburg, nahe der Glâne und der Greyerzer Region. Die Verwaltung befindet sich heute in Progens. Le Crêt ist ein Schulstandort; Grattavache liegt im Quellraum der Mionnaz.

La Verrerie auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Veveyse
BFS-Nr.2338
Bevölkerung1’323 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
ErstnennungGemeinde seit 2004; Grattavache 1403, Progens 1324
VerwaltungRoute de la Colline 108, 1624 Progens
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Drei Dörfer und ein namensgebender Weiler

Die Fusion von Le Crêt, Grattavache und Progens trat am 1. Januar 2004 in Kraft. Der Weiler La Verrerie gehörte zuvor zu Progens. Der gleiche Name wird daher sowohl für eine Siedlung als auch für die ganze politische Gemeinde verwendet.

Le Crêt liegt auf einer Höhe von ungefähr 915 Metern. Zu seinem früheren Gemeinderaum gehören auch Montborget und Bremudens. Progens steht auf einem Hügel zwischen Broye und Mionna; Grattavache besteht aus einer stärker verstreuten Siedlung zwischen Le Crêt und Semsales.

Landschaft und Häuser bei La Verrerie
Blick aus dem Zug auf La Verrerie am 17. Juli 2013. Foto: Abderitestatos · CC BY 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Glasfabrik: Kristall, Flaschen und Braunkohle

Bei Progens wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts Braunkohle und eine Glasfabrik betrieben. Rund um das Werk entwickelte sich der Weiler La Verrerie. Unter dem französischen Industriellen Jean Baptiste Jérôme Brémond gewann der Betrieb an Bedeutung; ab 1862 war die Familie Quennec Miteigentümerin.

Die Fabrik produzierte Kristall und Flaschen. Nach dem Kauf durch die Glasfabrik Saint-Prex schloss sie 1914. Von 1917 bis 1921 wurde erneut Kohle gefördert. Die «Verrerie de Semsales» lag somit im damaligen Progens, obwohl ihr überlieferter Name auf den Nachbarort verweist.

Brémond errichtete auch den grossen Landwirtschaftsbetrieb La Châtelaine bei Grattavache. Ehemalige Weide- und Moorflächen wurden nach der Brennstoffgewinnung für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Glas, Kohle, Torf und Landwirtschaft stehen hier in einem gemeinsamen wirtschaftlichen Zusammenhang.

La Mosse d’En Bas und A tire d’ailes

Das Moor La Mosse d’En Bas bei Le Crêt umfasst nach Angaben der Gemeinde rund neun Hektaren. Seit 1991 ist es als Hoch- und Flachmoor von nationaler Bedeutung erfasst. Torf wurde bis in die späten 1970er-Jahre gewonnen, besonders intensiv im Zweiten Weltkrieg.

Der Sentier des tourbières führt durch die Moorlandschaft; der benachbarte Weg A tire d’ailes im Bois de Ban erklärt die Funktionen des Waldes. Der gleichnamige Verein pflegt die Wege. Die Gemeinde nennt den Zugang am Chemin de Montborget in Le Crêt.

Die Schautafeln erläutern den Unterschied zwischen regenwassergespeistem Hochmoor und nährstoffreicherem Flachmoor. Torfmoose bilden den Moorboden; der rundblättrige Sonnentau kann mit klebrigen Blättern Insekten fangen. Für den Besuch gelten klare Regeln: auf dem Weg bleiben, Hunde anleinen, keine Pflanzen sammeln und kein Feuer machen.

Saint-Loup in Le Crêt und Saint-Barthélemy in Progens

Le Crêt gehörte zunächst zur Pfarrei Saint-Martin. Die Kapelle Saint-Loup wurde 1663 geweiht; die eigene Pfarrei entstand in den folgenden Jahren. Die heutige Kirche ersetzte den älteren Bau 1889. Sie ist auf dem Titelbild und der Aufnahme im Text zu sehen.

Kirche Saint-Loup in Le Crêt
Die Kirche Saint-Loup in Le Crêt am 22. September 2011. Foto: FotoRots.ch · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

In Progens ist die Kapelle Saint-Barthélemy seit 1677 belegt. Als Progens 1888 zur eigenen Pfarrei wurde, erhielt sie die Funktion einer Pfarrkirche. Die Gemeinde beschreibt heute die gemeinsame Pfarrei Le Crêt–Progens. Für kirchliche Anlässe sind deren aktuelle Informationen massgebend.

Grattavache: Mühlen, Schule und Veränderungen der Landschaft

Der Name Grattavache erscheint 1403 als Ginta Vachi. Der Ruisseau de la Vaux trieb Mühlen an. Eine Schule ist seit 1799 belegt; um 1850 entstand ein Gebäude für Schule und Käserei. Diese Verbindung zeigt, wie gemeinschaftliche Einrichtungen in einem kleinen Landwirtschaftsort gebündelt wurden.

Im 16. Jahrhundert kamen die Dörfer in unterschiedlichen Etappen unter Freiburger Herrschaft. Grattavache wechselte 1536, Le Crêt 1555; Progens hatte Anteile aus beiden Herrschaftsräumen. Der Bau der A12 führte in den 1970er-Jahren bei Grattavache zu einer Neuordnung der Parzellen. Später ergänzten Wohnquartiere die bäuerliche Siedlung.

Le Crêt als Schulstandort und Aux Craies en Couleur

Der Schulbau von Le Crêt wurde 2016 eröffnet und führte die zuvor auf mehrere kleine Gebäude verteilten Klassen zusammen. Seit 1. August 2020 besteht der Schulkreis La Verrerie–Semsales. Die Klassenliste 2026/27 verteilt Primarklassen auf Le Crêt und Semsales und weist auch gemischte Stufen aus.

Die Betreuung Aux Craies en Couleur liegt an der Rue de l’Eglise 44 in Le Crêt, nahe der Schule. Sie richtet sich an Kinder des ganzen Schulkreises von 1H bis 8H. Für bestimmte Ferienwochen besteht das gemeinsame Angebot der Haute-Veveyse.

Die Kulturseite der Gemeinde verweist auf die Bibliothek und die Culturailes in Châtel-Saint-Denis. Die Bibliothek liegt am Chemin des Crêts 11, die Bühne in der Univers@lle. Diese regionalen Einrichtungen ergänzen das Vereinsleben der eigenen Dörfer.

Progens als Verwaltungssitz, La Verrerie als Bahnhalt

Die aktuelle Verwaltung ist an der Route de la Colline 108 in Progens angesiedelt. Ihre Adresse ist auf der Karte markiert. Für einen Schul- oder Betreuungsbesuch ist dagegen der Standort Le Crêt zu beachten.

Der Bahnhalt La Verrerie liegt auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Semsales, an der Strecke zwischen Bulle und Châtel-Saint-Denis. Die Buslinie 496 Châtel-Saint-Denis–Saint-Martin–La Verrerie ergänzt die Erschliessung. Aktuelle Verbindungen liefert TPF.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de la Colline 108, 1624 Progens.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.