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Semsales

Semsales: zwei Kirchtürme, Gino Severini, Niremont und Moorpfade, La Rougève, Alpwege sowie Schule und Betreuung der Haute-Veveyse.

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Dorf Semsales im Schnee
Semsales im Winter am 2. Dezember 2017. Foto: Jérémy Toma · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Zwei Kirchtürme und die bewaldeten Hänge des Niremont prägen Semsales. Vom älteren Gotteshaus blieb der freistehende Turm; die jüngere Kirche beherbergt bedeutende Arbeiten von Gino Severini. Oberhalb des Dorfs führen Wege durch Alpweiden und geschützte Moorlandschaften.

Semsales liegt in der französischsprachigen Haute-Veveyse im Kanton Freiburg, an der Verbindung Bulle–Châtel-Saint-Denis. Seit 1968 gehört auch La Rougève zur Gemeinde. Der Dorfkern liegt ungefähr auf 870 Metern am Fuss von Niremont und Les Alpettes.

Semsales auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Veveyse
BFS-Nr.2336
Bevölkerung1’591 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
ErstnennungUm 1100 als septem salis
VerwaltungGrand-Rue 16, 1623 Semsales
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Der alte Turm und Saint-Nicolas

Die ältere Kirche Saint-Nicolas entstand 1632–1636. Ihr Turm steht weiterhin im Dorf und macht die historische Kirchenlage sichtbar. Das heutige Gotteshaus wurde 1926 geweiht; sein Entwurf stammt von Fernand Dumas, einem wichtigen Vertreter der Erneuerung der Sakralkunst in der Westschweiz.

Freistehender alter Kirchturm in Semsales
Der erhaltene Turm der alten Kirche am 1. Oktober 2011. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Gino Severini schuf für die neue Kirche unter anderem die Trinitätsdarstellung von 1925–1926. Drei ähnlich gestaltete menschliche Figuren stehen für Vater, Sohn und Heiligen Geist. Gerade die menschliche Darstellung des Heiligen Geistes löste damals Widerspruch aus. Die Freske blieb dennoch erhalten und gehört heute zum örtlichen Kunstbestand.

Die kirchliche Einordnung der Severini-Freske erklärt ihren Zusammenhang mit der Groupe de Saint-Luc. Auch Alexandre Cingria und François Baud waren am künstlerischen Programm beteiligt. Ein Kirchenbesuch ist von Gottesdiensten und dem tatsächlichen Zugang abhängig; eine dauerhafte museale Öffnung wird hier nicht vorausgesetzt.

Moorlandschaft und Kapelle am Niremont

Der Niremont erreicht ungefähr 1500 Meter. Sein Massiv verbindet Wälder, Weiden, feuchte Wiesen und Hochmoore. Die Kapelle Notre-Dame de Niremont wurde 1869 errichtet. Sie gehört zur Berglandschaft oberhalb des Dorfes.

Im Moorgebiet Les Mauvaises Places führt ein Lehrpfad auf einer Holzschnitzelunterlage durch die empfindliche Vegetation. Die Tourismusorganisation beschreibt Zugänge von Rathvel sowie von Semsales über die Goille au Cerf. Ihre drei Stunden beziehen sich auf den Hin- und Rückweg ab Rathvel. Der Moorabschnitt und die gesamte Bergwanderung sind deshalb unterschiedlich zu planen.

Die Landschaft ist ein Moorgebiet von nationaler Bedeutung. Auf den Wegen zu bleiben schützt die Torfmoose und die feuchten Böden. Die Tourismusorganisation kennzeichnet den Moorpfad als nicht zugänglich für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Alpwege und die Runde nach Grattavache

Die Gemeindeseite zu Kulturerbe und Tourismus stellt den Sentier des Armaillis und den Saloir des Côtes vor. Der dort verlinkte Plan erschliesst die bäuerliche und alpwirtschaftliche Umgebung; die Gemeinde dokumentiert die Einweihung des Wegs am 21. Juni 2025.

Eine kleinere Runde bietet Randonnées pédestres dans le canton de Fribourg: Semsales–Grattavache–La Verrerie–Semsales. Der Anbieter nennt 7,6 Kilometer, 2 Stunden 15 Minuten und 100 Höhenmeter. Die Strecke quert die Broye und führt an La Verrerie vorbei. Diese Werte gelten für die ganze Runde; sie sind keine Gehzeit zum Niremont.

Ein Priorat und ein Brand mit weitreichenden Folgen

Der Name Semsales ist um 1100 als septem salis belegt. Eine päpstliche Urkunde von 1177 nennt eine Niederlassung des Grand-Saint-Bernard; 1228 ist sie als Priorat fassbar. Der Prior war zugleich örtlicher Herr und Pfarrer.

Freiburg besetzte Semsales 1536. Der Ort wechselte später von der Vogtei Rue zur Vogtei Châtel-Saint-Denis und gehört seit 1848 zum Bezirk Veveyse. Das Priorat ging 1602 an das Kapitel Saint-Nicolas in Freiburg über; sein Gebäude wurde 1782 privat verkauft.

Ein überlieferter Bergsturz im Mittelalter gehört zur örtlichen Tradition. Sicher dokumentiert ist der Dorfbrand von 1830, bei dem 42 Häuser zerstört wurden. Auf der Strasse Freiburg–Vevey bestand bis 1848 eine Zollstelle. Landwirtschaft, Holz und später die Bahn sowie die Autobahn prägten den Wandel des Orts.

Grand-Rue mit alter und neuer Kirche
Grand-Rue mit den beiden Kirchtürmen am 5. Oktober 2011. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

La Rougève und die Grenze zur Waadt

La Rougève erscheint 1256 als Rubea aqua, als Hautcrêt dort den Zehnten erhielt. 1771 trennten sich die katholischen Bewohner von der protestantischen Siedlungshälfte, die La Rogivue genannt wurde. La Rogivue liegt in der Waadt; die beiden ähnlichen Namen bezeichnen daher nicht denselben Ortsteil von Semsales.

Die kleine Freiburger Gemeinde La Rougève fusionierte 1968 mit Semsales. Ihre Geschichte ist mit Höfen, Handwerk und Torfabbau verbunden. Die als «Verrerie de Semsales» bekannte Glasfabrik lag dagegen in Progens, heute in der Nachbargemeinde La Verrerie. Der historische Betriebsname ist von der politischen Lage zu unterscheiden.

Gemeinsamer Schulkreis, eigene Planète Colorée

Seit 1. August 2020 besteht der Schulkreis La Verrerie–Semsales. Der neuere Schulbau in Semsales wurde 2011 eröffnet. Die Klassenverteilung 2026/27 nennt Standorte in Semsales und Le Crêt, darunter auch gemischte Jahrgangsklassen. Für die individuelle Zuteilung ist diese aktuelle Liste massgebend.

Die Betreuung La Planète Colorée nutzt Räume in beiden Schulgebäuden und betreut Kinder von 1H bis 8H. Die Kontaktadresse lautet Rue de l’Ecole 22. Der Modulplan 2026/27 sieht keine Betreuung am Mittwoch vor. Morgenmodule bestehen am Montag und Freitag; an den übrigen Tagen unterscheiden sich die angebotenen Unterrichts- und Betreuungsblöcke. Die Nachmittagsmodule enden um 18 Uhr.

Zwei Bahnhalte im Gemeindegebiet

Die Gemeinde nennt die Bahnhalte Semsales und La Verrerie an der Verbindung Bulle–Châtel-Saint-Denis–Palézieux. Der Halt La Verrerie liegt auf Semsaleser Gemeindegebiet und ist somit von der gleichnamigen politischen Nachbargemeinde zu unterscheiden.

Die Mortivue teilt das Dorf und mündet in die Broye. Deren Quellgebiet liegt ebenfalls im Gemeinderaum. Die A12 verläuft westlich des Dorfes. Für Bahnverbindungen liefert TPF die aktuellen Angaben. Die Verwaltung steht an der Grand-Rue 16.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Grand-Rue 16, 1623 Semsales.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.