Lentigny
Lentigny in La Brillaz: Saint-Pierre-aux-Liens, frühere Torf- und Keramikindustrie sowie heutiger Schul- und Verwaltungsstandort.
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Lentigny war mehr als ein Landwirtschaftsdorf: Torf, Ziegelei und später Porzellan gehörten zeitweise zu seiner Wirtschaft. Heute bildet der Ort mit Schule, Betreuung und Verwaltung einen Mittelpunkt der Gemeinde La Brillaz. Die Kirche Saint-Pierre-aux-Liens steht als markanter Bau über dem älteren Dorfbereich.
Steckbrief
| Ort | Lentigny |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | La Brillaz |
| Kanton und Bezirk | Freiburg · District de la Sarine |
| Ortssprache | Französisch |
Eine Erhebung im früheren Feuchtgebiet
Das Dorf liegt auf einem Geländerücken in einer einst sumpfigen Ebene. Entwässerungen 1909, 1937 und 1945–1946 veränderten die landwirtschaftlichen Möglichkeiten. Die Torflager wurden bis 1945 genutzt.
Funde aus Mittel- und Jungsteinzeit sowie hallstattzeitliche Grabhügel belegen eine lange Nutzung des Gebiets. Gallo-römische Überreste sind ebenfalls bekannt; ihre genaue Deutung als Villa oder Töpferwerkstatt bleibt im Historischen Lexikon offen.

Saint-Pierre-aux-Liens
Eine Kapelle wird vor 1173 erwähnt. 1588 löste sich Lentigny von der Pfarrei Onnens und wurde kirchlich selbstständig. Auf einen Kirchenbau von 1639 folgte 1837–1840 die heutige Kirche Saint-Pierre-aux-Liens.
Der ältere deutsche Name des Ortes lautet Lentenach; 1142 ist Lintiniei schriftlich belegt. Politisch gehörte Lentigny zur Herrschaft und später zur Landvogtei Montagny. Im Konflikt zwischen Freiburg und Savoyen wurde es 1447 niedergebrannt.
Von Ziegeln zu Porzellan
1869 entstand eine Ziegelei, deren Betrieb ab 1931 nach Corbières verlagert wurde. 1946 folgte eine Produktion feiner Keramik. Daraus entwickelte sich 1954 eine Porzellanmanufaktur, die bis 1961 bestand.
Diese Tätigkeiten ergänzten Landwirtschaft und Handwerk. Seit den 1990er-Jahren gewann das Wohnen an Gewicht. 2001 vereinigte sich Lentigny mit Lovens und Onnens zur Gemeinde La Brillaz.
Schule Caméléon, Ecole 1901 und Au Petit Soleil
Die Schule La Brillaz nennt in Lentigny zwei Standorte: Caméléon an der Route Joseph-Nicolas Mora 20 und Ecole 1901 an der Route d’Onnens 9. Die gemeinsame Organisation versorgt die Dörfer der Gemeinde.
Die Betreuung Au Petit Soleil liegt an der Route d’Onnens 11. Sie entstand 2008 aus einer Initiative Freiwilliger und ist seit 2015 kommunal organisiert. Während der Schulferien bleibt sie mit Ausnahme der letzten drei Sommertage geschlossen.
Die TPF-Linie 339 verbindet Lentigny mit Chénens, Onnens und dem heutigen Bahnanschluss Avry-Matran. Ein Dorfbesuch lässt sich redaktionell mit einem Gang zur Kirche und durch die älteren Strassenzüge verbinden; die Buszeiten bestimmen die Rückfahrt.
Karte
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Quellen und Prüfstand
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