Les Montets
Les Montets mit Aumont, Frasses, Granges-de-Vesin und Montet: barocke Kirche, heutiges Schlossareal, historische Dorfkerne und Schulkreis mit Nuvilly.
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Les Montets ist der gemeinsame Name von vier Dörfern, die ihre eigenen Ortsbilder bewahrt haben. Aumont besitzt einen grossen Dorfplatz, Frasses eine ungewöhnliche dreieckige Siedlungsstruktur. In Montet stehen sich barocke Kirche und früheres Herrenhaus gegenüber; Granges-de-Vesin verbindet die Orte im Tal der Petite Glâne.
Die französischsprachige Gemeinde im Bezirk Broye entstand am 1. Januar 2004 aus Aumont, Frasses, Granges-de-Vesin und Montet. Sie liegt in der Freiburger Exklave um Estavayer-le-Lac und gehört zum Kanton Freiburg. Der Zusatz Broye unterscheidet Montet vom gleichnamigen Dorf in der Glâne.
Les Montets auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Broye |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2050 |
| Bevölkerung | 1’587 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Erstnennung | Frasses 1143 als Frace; Aumont kurz nach 1157 als Alto Monte; Montet 1274 als Montez; Granges-de-Vesin 1330 |
| Verwaltung | Au Village 2, 1483 Montet |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Montet: Sainte-Trinité und das frühere Herrenhaus
Die Kirche Sainte-Trinité bildet zusammen mit dem gegenüberliegenden Herrenhaus einen besonderen Strassenraum. Nicolas de Praroman und Anne-Marie de Lanthen-Heid liessen sie um 1660 von Jonas Favre und dem Zimmermann Josué Benoît errichten. Der Turm kam 1831 hinzu. Ein Portal aus gelbem Stein trägt die Wappen der Stifter.
Im Inneren steht ein mächtiger barocker Hochaltar von 1661–1662, den der kantonale Ortsbildbericht der Freiburger Werkstatt Reyff zuschreibt. Für die künstlerische Geschichte des Dorfes ist er ein besonders aussagekräftiger Bezugspunkt. Die Kirche ist ein Gottesdienstraum; für einen Innenbesuch gelten die Informationen der Pfarrei.
Das ehemalige Manoir d’Estavayer von 1645 wurde vielfach erweitert und umgebaut. Auf die Nutzung durch die Familien Lanthen-Heid und Praroman folgten ein Pensionat, das Waisenhaus des Instituts Marini und später ein Internat. Von 1981 bis 2024 diente das Areal dem Begegnungs- und Ausbildungszentrum der Focolari-Bewegung. Diese Phase ist abgeschlossen.
Das Schlossareal heute
Am 9. Dezember 2024 stimmte die Gemeindeversammlung dem Erwerb des Focolari-Areals zu. Die Gemeinde beschreibt das Domaine du Château de Montet inzwischen als Standort mit Wohnungen, Büros, Gästezimmern, handwerklichen Ateliers und mietbaren Räumen. Zum Areal gehören auch Garten- und Freizeitflächen.
Im Herbst 2026 stehen beispielsweise gemeinsame Kochworkshops im örtlichen Programm. Wer einen Raum oder eine Unterkunft nutzen möchte, klärt die Buchung mit der Gemeinde beziehungsweise dem jeweiligen Anbieter. Das heutige Angebot ist kein allgemeiner Museumsbetrieb mit einer frei zugänglichen Besichtigung aller Innenräume.
Aumont: Dorfplatz und Saint-Théodule
Aumont liegt in einer Geländemulde am Hang südöstlich der Petite Glâne. Die Kantonsstrasse führt oberhalb am historischen Kern vorbei. Der kantonale Bericht beschreibt eine sternförmige Struktur mit drei Strassenarmen, die durch einen grossen Platz verbunden sind. Obstgärten liegen zwischen den Siedlungsteilen. Aumont ist ein Ort von regionaler Bedeutung im SCRoL.

Die Kirche Saint-Théodule entstand in den 1820er-Jahren auf der Anhöhe über dem Dorf. Die Auberge communale von etwa 1900–1903 begrenzt den Platz. Das frühere Knabenschulhaus von 1933 wurde 1987 zu Wohnzwecken umgenutzt; es ist von der heute verwendeten Schulanlage zu unterscheiden. Ältere Höfe mit Muschelsandstein an Fenstern und Türen geben dem Dorfkern weitere konkrete bauliche Merkmale.
Frasses: ein Dorf im Dreieck
Frasses liegt nahe der Autobahnausfahrt Estavayer-le-Lac. Seine historische Siedlung blieb dennoch als eigener ländlicher Kern lesbar. Eine Verlegung der Kantonsstrasse kurz vor 1860 schuf die besondere dreieckige Struktur um einen ehemaligen Obstgarten, die der Ortsbildbericht hervorhebt. Auch Frasses ist als Ort von regionaler Bedeutung eingestuft.

Zu den prägenden Bauten gehören ein Hof von 1861 mit kräftigen Gliederungen aus Muschelsandstein und ein nach einem Brand 1905–1906 errichtetes Bauernhaus. Beide stehen schräg zur Strasse und besitzen Vorplätze mit Brunnen und Bäumen. Diese räumliche Anordnung erklärt den Charakter des Dorfes genauer als die blosse Nähe zur A1.
Granges-de-Vesin und die Kleine Glâne
Granges-de-Vesin gehörte ursprünglich zur grösseren Gemeinde Aumont und wurde 1804 selbständig. Das Dorf liegt ebenso wie Montet im Gebiet der Petite Glâne. Der Fluss verbindet die Landwirtschaftslandschaft der Dörfer mit Waldstücken und Freizeitwegen.
Die Gemeinde nennt einen Vitaparcours, der durch Wald führt und die Petite Glâne überquert. Für den Einstieg ist der verlinkte Lageplan zu verwenden. Der Tennisplatz befindet sich in Aumont; die Nutzung wird mit dem örtlichen Verein abgesprochen. Die Gemeindesäle in Aumont und Montet bilden weitere Orte für Sport und Vereinsanlässe.
Vier Namen und eine politische Gemeinde
Frasses erscheint 1143 als Frace, Aumont kurz nach 1157 als Alto Monte, Montet 1274 als Montez und Granges-de-Vesin 1330 als Grangi de Visins. Diese Belege dokumentieren überlieferte Ortsnamen; sie bezeichnen keine Gründung der heutigen Gemeinde.
Die Dörfer standen historisch in unterschiedlichen Abhängigkeiten zur Herrschaft und Stadt Estavayer. Montet war vor der Schlacht von Murten 1476 ein Lagerort Karls des Kühnen. Kirchlich löste sich Montet 1675 von Cugy; Aumont bildete zunächst mit Nuvilly eine Pfarrei und wurde 1878 selbständig. Die Fusion von 2004 vereinigte politische Gemeinden, ohne diese einzelnen Dorfgeschichten aufzuheben.
Schule und CroC-tout
Der Schulkreis Les Montets–Nuvilly führt die 1H und 2H in Aumont, die 3H und 4H in Nuvilly und die 5H bis 8H in Montet. Das verbindet drei Schulstandorte über die Gemeindegrenze hinweg. Die aktuelle Zuteilung und Organisation veröffentlicht die Schule selbst.
Die Betreuung CroC-tout befindet sich im Erdgeschoss des Schulgebäudes in Aumont. Sie bietet Mahlzeiten, Spielen und weitere Aktivitäten ausserhalb des Unterrichts an. Seit August 2023 ist auch der ganze Mittwoch eingeschlossen. Die Betreuung organisiert die Wege zwischen ihr und der Schule; für den Weg von zu Hause sind die Eltern zuständig. Anmeldung und verfügbare Module richten sich nach den Unterlagen 2026/27.
Mit dem Bus in die vier Dörfer
Der Netzplan 2026 führt die Linie 552 über Montet, village, Granges-de-Vesin, village und Aumont, école, mit Anschluss Richtung Estavayer-le-Lac beziehungsweise Combremont. Frasses liegt am Korridor der Linie 555 Richtung Lully und Murist. Die Dörfer besitzen keinen eigenen Bahnhof. Für einen Besuch in einem bestimmten Ortsteil ist dessen Haltestelle im aktuellen Tagesfahrplan zu wählen.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Au Village 2, 1483 Montet.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 1. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.
- Gemeinde Les Montets
- Kanton Freiburg: zivilrechtliche Bevölkerung
- Historisches Lexikon: hlsMontet
- Historisches Lexikon: hlsAumont
- Historisches Lexikon: hlsGranges
- Kanton Freiburg: Ortsbildbericht AumontScrol
- Kanton Freiburg: Ortsbildbericht FrassesScrol
- Kanton Freiburg: Ortsbildbericht MontetScrol
- Regionaler Netzplan2026