Lessoc
Lessoc: überdachter Dorfbrunnen, heimischer Kalkstein, alte Holzbrücke und Wege am Stausee in der Gemeinde Haut-Intyamon.
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Im Zentrum von Lessoc steht ein achteckiger Brunnen unter einem grossen Dach. Er verbindet den Ort mit einer bekannten Mond-Sage und mit seinem eigenen Baustoff: dem sogenannten Marmor von Lessoc. Unterhalb des Dorfes liegen die Saane und der Stausee. Lessoc gehört seit 2002 zu Haut-Intyamon und bewahrt im Dorfkern einen deutlich ländlichen Charakter.
Steckbrief
| Ort | Lessoc |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Haut-Intyamon |
| Kanton und Bezirk | Freiburg · District de la Gruyère |
| Ortssprache | Französisch |
| Lage | Rechtes Saaneufer oberhalb des Stausees |
| Gemeindezugehörigkeit | Haut-Intyamon seit 1. Januar 2002 |
Ein Brunnen aus dem Stein des Dorfes
Der gedeckte Dorfbrunnen entstand 1796. Sein Material ist ein grau-weisser, grün geaderter Kalkstein, der als «Marmor von Lessoc» bekannt wurde. Der Name beschreibt seine Verwendung als dekorativer Werkstein; geologisch handelt es sich um Kalkstein. In der Umgebung wurden daneben auch Tuffsteinbrüche betrieben.
Die von La Gruyère Tourisme erzählte Sage verbindet das Brunnendach mit der Angst, eine Kuh könnte den im Wasser gespiegelten Mond verschlucken. Sie gehört zur Erzählkultur des Dorfes und ist keine historische Erklärung der Bauentscheidung.
Kirche, Weiler und alte Herrschaften
1231 ist der Ortsname «Lessoz» gesichert. Die Herren von Corbières überliessen ihre hiesigen Güter 1278 dem Grafen Peter II. von Greyerz. Seit 1555 gehörte Lessoc zum Freiburger Herrschaftsgebiet. Der Ort umfasste auch den Weiler Le Buth.
Die Martinskapelle ist 1365 belegt. Die heutige Kirche stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert; 1643 wurde Lessoc eine eigene Pfarrei. Am Buth steht die Kapelle Notre-Dame-des-Neiges von 1684. Bei einem Besuch lassen sich die Aussenansichten der Gebäude betrachten; aus ihrem Denkmalcharakter folgt keine jederzeitige Zugänglichkeit des Innern.
Holzbrücke und Tour du Lac
Die gedeckte Holzbrücke über die Saane geht auf 1667 zurück. Viel jünger ist die vom Stausee geprägte Landschaft: Der Bau der Staumauer erfolgte 1969–1973. Die Verbindung von älteren Verkehrswegen und Wasserkraft ist deshalb auf engem Raum sichtbar.
La Gruyère Tourisme beschreibt den Tour du Lac de Lessoc mit 4 Kilometern, etwa einer Stunde Gehzeit und 105 Metern Aufstieg. Der vorgeschlagene Zugang führt vom Bahnhof Montbovon zum Rundweg. Der Anbieter empfiehlt, die Runde auf dem linken Ufer zu beginnen und den Bereich hinter dem Kraftwerk zu vermeiden. Entlang der Hongrin liegen mehrere historische Brücken; der gedeckte Saaneübergang gehört ebenfalls zum landschaftlichen Umfeld der Tour.

Landwirtschaft, Anreise und Schulweg
Lessocs Geschichte ist eng mit Viehzucht und Futterbau verbunden. Die Steinbrüche wurden bis etwa 1920 genutzt. In der heutigen Gemeindedarstellung stehen neben der Landwirtschaft auch Arbeit in Gewerbe und Dienstleistungen der Umgebung sowie im Bezirkshauptort Bulle.
Die Bahnstation Lessoc liegt an der Strecke Bulle–Montbovon. Für eine Wanderung kann je nach Wegverlauf auch Montbovon der passende Ausgangspunkt sein. Die amtlichen Verbindungen sollten deshalb für beide Stationen verglichen werden.
Die Primarschule von Haut-Intyamon und die schulergänzende Betreuung befinden sich seit Januar 2025 im neuen Schulkomplex von Neirivue. Die Gemeinde organisiert den Schulweg aus den anderen Dörfern mit begleiteten Bahnfahrten und einem gemeinsamen Fussweg von der Station zum Schulhaus.
Karte
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Quellen und Prüfstand
Inhalt geprüft am 2026-10-02. Bildnachweise stehen bei den Fotos.