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Mézières (FR)

Mézières FR mit Berlens: Schloss und Tapetenmuseum, Saint-Pierre-aux-Liens, Notre-Dame-de-l’Epine und Glasmalerei auf dem Sentier du vitrail.

Aktualisiert am

Schloss Mézières mit dem Tapetenmuseum
Das Schloss Mézières am 3. Oktober 2010. Foto: WWHenderson20 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

In Mézières lässt sich Kunst im ursprünglichen Wohnraum entdecken. Das Schloss beherbergt das Tapetenmuseum, die nahe Kirche verbindet Glasmalerei mit Hinterglasmalerei, und in Berlens erinnert Notre-Dame-de-l’Epine an eine lange Wallfahrtstradition. Der Sentier du vitrail verknüpft diese Orte mit der Landschaft der Glâne.

Die französischsprachige Gemeinde Mézières (FR) im Bezirk Glâne des Kantons Freiburg umfasst seit 2004 auch Berlens. Sie liegt an der Strasse von Romont nach Bulle und ist vom waadtländischen Jorat-Mézières zu unterscheiden.

Mézières (FR) auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Glâne
BFS-Nr.2087
Bevölkerung1’217 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
ErstnennungMézières 1179 als de Maseriis; Berlens 1157–1162
VerwaltungRoute de l’Eglise 5, 1684 Mézières (FR)
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Schloss Mézières und das Musée du papier peint

Das Musée du papier peint öffnete im Oktober 2007. Es bewahrt historische Tapeten in den Räumen, für die sie einst bestimmt waren. Zwölf restaurierte Salons zeigen die Vielfalt der Innenausstattung; das Erlebnis besteht gerade im Zusammenhang von Wandbekleidung, Türen, Böden und Raumfolge.

Das Schloss erhielt seine heutige Gestalt im 18. Jahrhundert. Unter der Familie von Diesbach wurden die Räume zwischen 1780 und 1830 mit gedruckten Tapeten ausgestattet. Eine umfassende Restaurierung begann 1994, unterstützt durch die Familie Edith Morets, die Denkmalpflege und weitere Partner. Das Museum erläutert diese Entwicklung auf seiner Geschichtsseite.

Der Betreiber nennt für April bis Oktober Donnerstag bis Sonntag, 13.30–17 Uhr, für November bis März Samstag und Sonntag, 13.30–17 Uhr. Am 25. Dezember und 1. Januar bleibt das Museum geschlossen. Gruppenöffnungen und Führungen sind auf Anfrage möglich; für den Besuch ist die aktuelle Informationsseite massgebend. Das Museum befindet sich an der Route de l’Eglise 12.

Am Recherchestand 2. Oktober 2026 zeigt das Museum «Némésis végétale» von Sève Favre. Das gemeinsam mit dem Schloss Oron entwickelte Projekt beschäftigt sich mit invasiven Pflanzen, kolonialer Geschichte und botanischer Ästhetik. Solche Wechselausstellungen ergänzen die historische Ausstattung; sie sind von der dauerhaften Sammlung zu unterscheiden.

Mézières zwischen Schloss, Kirche und Landwirtschaft

Der Dorfkern liegt südlich von Romont an der Verbindung nach Bulle. Kirche und Schloss stehen nahe beieinander; die übrige Siedlung und die landwirtschaftliche Umgebung bilden den bewohnten Rahmen des Museums. Berlens liegt östlich von Romont auf einer Erhebung zwischen Glâne und Neirigue.

Ansicht von Mézières im Kanton Freiburg
Mézières im Kanton Freiburg am 7. Mai 2013. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Verwaltung an der Route de l’Eglise 5 betreut beide Dörfer. Die Gemeinde führt eigene Jugendgesellschaften von Mézières und Berlens, den gemeinsamen Chor L’Amitié und den Fussballbezug zu Vuisternens auf. Die Dorfteile teilen kommunale Einrichtungen und behalten zugleich ihr örtliches Vereinsleben.

Saint-Pierre-aux-Liens: Glas als Teil der Architektur

Die Kirche Saint-Pierre-aux-Liens wurde 1937–1939 nach Plänen von Fernand Dumas neu gebaut. Glas ist hier nicht nur Fenstermaterial: Die Ausstattung umfasst auch gläserne Elemente an Altären, Kanzel und Leuchten.

Kirche Saint-Pierre-aux-Liens in Mézières
Saint-Pierre-aux-Liens in Mézières am 3. Oktober 2010. Foto: WWHenderson20 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Hinter dem Altar befindet sich die grosse Hinterglasmalerei Emilio Berettas mit einem Engel, der den Apostel Petrus befreit. Die Gemeinde nennt ausserdem 34 Fenster mit abstrakten Glasmalereien von Yoki, die zusammen den Kirchenraum farbig gestalten. Eine unbelegte Behauptung, Berettas Werk sei das grösste seiner Art weltweit, wird hier nicht übernommen.

Der Kirchenraum wird religiös genutzt. Für Gottesdienste verweist die Gemeinde auf die Unité pastorale Sainte Marguerite Bays. Eine Besichtigung ist von der tatsächlichen Öffnung abhängig und kein Bestandteil eines jederzeit verfügbaren Museumsrundgangs.

Berlens und Notre-Dame-de-l’Epine

Berlens wird 1157–1162 erstmals genannt; der frühere deutsche Name lautet Berlingen. Der Dorfteil war bis zur Fusion 2004 eine eigene Gemeinde. Die Wallfahrtskapelle Notre-Dame-de-l’Epine steht auf romanischen Grundlagen und wurde im Mittelalter sowie später mehrfach umgebaut.

Kapelle Notre-Dame-de-l’Epine in Berlens
Notre-Dame-de-l’Epine in Berlens im September 2011. Foto: Rolstebfri · CC BY 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Nach einem Dorfbrand erfolgte 1661 ein Umbau. Die Verehrung der Muttergottes entwickelte sich im 17. Jahrhundert zu einer Wallfahrtstradition. Die Gemeinde beschreibt das jährliche Treffen am ersten Sonntag im September und die Überlieferung einer Erscheinung im Weissdornbusch. Erzählungen von Heilungen gehören zur religiösen Tradition und sind keine medizinische Aussage.

Jean Bazaine gestaltete 1980 die abstrakten Glasfenster der Kapelle. Ihre Motive nehmen den Dornbusch auf. Die historische Wallfahrtskapelle ist von der 1963 eingeweihten neuen Kirche zu unterscheiden. Diese beiden kirchlichen Bauten dokumentieren unterschiedliche Phasen des Dorfs.

Der Sentier du vitrail und das Oratorium

Die Tourismusorganisation beschreibt den Sentier du vitrail als 16 Kilometer lange Rundwanderung mit etwa 4 Stunden 25 Minuten Gehzeit. Ausgangspunkt ist das Vitromusée im Schloss Romont. Die Strecke führt unter anderem nach Mézières, La Neirigue und Berlens, mit einem Abstecher nach Grangettes.

Die offizielle Route ist hügelig und umfasst rund 500 Höhenmeter Aufstieg. Ohne den Abstecher nach Grangettes nennt der Anbieter 13 Kilometer und etwa 3 Stunden 30 Minuten. Damit lassen sich die Glasmalereien als Teil einer Landschaftserkundung betrachten. Die Zeitangaben sind jene des Anbieters und schliessen individuelle Museumsbesuche nicht automatisch ein.

Am Eingang des Waldes von Mézières steht ein Oratorium von 1926 mit einer Marienstatue. Die Gemeinde beschreibt es als weiteren Bezugspunkt zwischen den Dörfern. Für einen kürzeren Aufenthalt ist die Kombination aus Tapetenmuseum und Kirche ein redaktioneller Vorschlag, während der gesamte Glasmalereipfad eine eigene Tagesplanung verlangt.

Eine Ortsnennung, die älter ist als der Pfarrbeleg

Das HLS nennt 1179 de Maseriis als frühen Beleg von Mézières. Pfarrei und Kirche sind 1228 nachgewiesen. Die Jahreszahl 1228 auf der Gemeindeseite beschreibt daher nicht den frühesten überlieferten Ortsbezug. Reste einer römischen Villa zeigen eine noch ältere Besiedlung.

Die mittelalterliche Herrschaft stand zunächst unter Savoyen und kam 1536 unter Freiburg. Zu den späteren Besitzern gehörten die von Diesbach. Seit 1848 liegt Mézières im Bezirk Glâne. Die Vereinigung mit Berlens von 2004 ist die jüngste wichtige Änderung der kommunalen Organisation.

Schule in Romont und Betreuung in Mézières

Mézières gehört zum Schulkreis Billens-Hennens–Mézières–Romont. Die heutige Betreiberseite nennt für die 1H bis 6H En Bouley 1–3 und für die 7H und 8H Rue de l’Eglise 104 in Romont. Das frühere örtliche Schulgebäude ist daher nicht mit den heutigen Primarstandorten gleichzusetzen.

Die kommunale AES betreut Kinder des Schulkreises ausserhalb des Unterrichts. Die Anmeldung 2026/2027 führt mehrere Zeitmodule ab 6.30 Uhr; das letzte endet um 18.35 Uhr, vorbehaltlich angepasster Schulzeiten. Für die tatsächlich benötigten Module und einen Platz ist die Gemeinde zuständig. Ferienbetreuung ist von ausreichenden Anmeldungen abhängig.

Bus 454 und ein kurzer Weg zum Museum

Die TPF-Linie 454 Bulle–Sâles–Villariaz–Romont hält in Mézières FR, village und Mézières FR, Parqueterie. Das Museum nennt für den Weg ab der Haltestelle Village ungefähr vier Minuten zu Fuss. Die aktuellen Verbindungen stehen bei TPF.

Eine Anreise über Romont oder Bulle lässt sich mit der Bahn verbinden. Der Besuch von Berlens beziehungsweise der ganzen Wanderroute hat andere Start- und Endpunkte als eine reine Museumsbesichtigung. Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung, nicht den Museumseingang.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de l’Eglise 5, 1684 Mézières (FR).

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.