Regionen

Twann-Tüscherz

Twann-Tüscherz am Bielersee: Twann, Wingreis, Tüscherz, Alfermée und Gaicht, Weinbau, Pfahlbaufunde und Schule. Mit aktuellem Hinweis zur Twannbachschlucht.

Aktualisiert am

Twann zwischen Rebbergen und Bielersee vom Schiff aus
Twann vom Bielersee aus gesehen, 20. April 2017. Foto: JoachimKohler-HB · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Twann-Tüscherz erstreckt sich am linken Bielerseeufer von den Winzerdörfern bis zu den Wiesen des Twannbergs. Seit 2010 gehören Twann und die frühere Gemeinde Tüscherz-Alfermée zusammen. Weinbau, dicht gebaute Dorfkerne und die Lage an der Sprachgrenze verbinden die verschiedenen Ortsteile.

Twann-Tüscherz im Überblick

KantonBern (BE)
VerwaltungskreisBiel/Bienne
BFS-Nummer756
Einwohner1239 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025)
Fläche12,41 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026)
GemeindeOffizieller Gemeindeauftritt

Mehrere Dörfer zwischen Rebhängen und See

Twann, französisch Douanne, bildet mit seiner Gasse und der mehrfach umgebauten Kirche einen historischen Dorfkern. Richtung Biel folgen Wingreis, Tüscherz und Alfermée. Die französische Bezeichnung von Tüscherz lautet Daucher. Oberhalb der Reben liegen Gaicht, Twannberg und Tüscherzberg mit landwirtschaftlichen Flächen und Wald.

In Wingreis steht das historische Rebhaus Thormanngut. Tüscherz und Alfermée zeigen dagegen besonders deutlich die enge Uferlage: Strasse und Bahn verlaufen zwischen den Häusergruppen und dem See. Früher war der Seeweg für die Erreichbarkeit wesentlich wichtiger.

Langgezogener Dorfkern und neuere Häuser von Alfermée am See
Alfermée am Bielersee: alter Dorfkern und neuere Wohnhäuser, 30. März 2013. Foto: Qej · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Eine Weinlandschaft mit langer Verkehrsgeschichte

Rebbau, Fischerei und Handel prägten die Dörfer. Klöster, Adel und später Stadtbürger besassen Rebgüter; nach der Reformation gingen viele kirchliche Güter an Bern. Der heutige Weinbau bleibt in den Terrassen, Winzerhäusern und Weinkellern sichtbar.

Die Bielerseestrasse entstand im 19. Jahrhundert, kurz darauf folgte die Bahnlinie Biel–Neuenburg. Spätere Ausbauten verstärkten die Trennung zwischen Dorf und Ufer. Die Gemeindefusion vom 1. Januar 2010 verbindet Orte mit unterschiedlichen historischen Herrschafts- und Verkehrsbeziehungen.

Pfahlbaufunde unter dem heutigen Bahnhofsumfeld

Im Gebiet des Bahnhofs Twann wurden bedeutende jungsteinzeitliche Ufersiedlungen untersucht. Die Funde erlauben Einblicke in Hausbau, Nahrung und Handwerk; dazu gehört auch ein verkohltes Brot aus dem 36. Jahrhundert vor Christus. Diese archäologischen Zeugnisse sind von den mittelalterlichen Häusern im heutigen Dorf zu unterscheiden.

Auch die St. Petersinsel gehört zum räumlichen Profil der Gemeinde. Ihre Lage im See bildet einen anderen Landschaftsraum als die Rebhänge und die Hochfläche bei Gaicht. Die Verbindung vom Süden führt über den Heideweg ab Erlach.

Gaicht zwischen Wiesen mit Bielersee im Hintergrund
Gaicht mit Blick auf den Bielersee, 19. Juli 2021; Aufnahme während der damaligen Hochwasserlage. Foto: Hadi · CC0 1.0. Verkleinert und komprimiert.

Twannbachschlucht: aktuelle Sperrung beachten

Stand 2. Oktober 2026: Die Twannbachschlucht ist gesperrt. Der örtliche Tourismusverein nennt als Alternativen Wege über Gaicht auf den Twannberg oder über die Tessenbergstrasse von Schernelz. Die aktuelle Betreiberinformation ist vor einem Ausflug zu prüfen. Eine allgemein beschriebene Schluchtwanderung ist derzeit keine Zusage für einen offenen Durchgang.

Die Gemeinde informiert zudem über geplante Sanierungen von Brücken und Stegen. Unabhängig davon bieten die öffentlich zugänglichen Dorf- und Rebwege Möglichkeiten, die Kulturlandschaft kennenzulernen. Weinfeste und Dorfführungen werden saisonal angeboten; konkrete Termine stehen beim Veranstalter.

Schule und Alltag über Ortsgrenzen hinweg

Die Schulen Twann-Tüscherz Ligerz verbinden die beiden Nachbargemeinden. Die Gemeinde führt die Schulanlage Burg als Anlaufstelle. Schulorganisation und Betreuung sind damit gemeinsame Aufgaben, während die Ortsteile ihre unterschiedlichen Siedlungsbilder bewahren.

Weinhandel, Gastronomie, Landwirtschaft und kleinere Gewerbebetriebe ergänzen die Wohnfunktion. Die Nähe zu Biel und die Bahnverbindung am Seeufer sind für Alltag und Ausflugsverkehr gleichermassen bedeutsam.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.