Ursy
Ursy mit acht Dörfern und Montet-Glâne seit 2025: Käsehöhlen, Saint-Maurice, Morlens, Bahnhof Vauderens und der heutige Schulstandort.
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Ursy verbindet Käsewirtschaft, einen gemeinsamen Schulstandort und acht Dörfer. Im Hauptort reifen Käse in den Sandsteinkellern von Mifroma; Vauderens besitzt den Bahnanschluss. Morlens erinnert an eine sehr alte Pfarrei, während Montet-Glâne erst seit 2025 zur Gemeinde gehört.
Die französischsprachige Gemeinde liegt im Süden des Bezirks Glâne im Kanton Freiburg. Neben Ursy umfasst sie Bionnens, Esmonts, Montet-Glâne, Morlens, Mossel, Vauderens und Vuarmarens. Die verschiedenen Ortskerne und ihre landwirtschaftliche Umgebung bilden gemeinsam die heutige Gemeinde.
Ursy auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Glâne |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2102 |
| Bevölkerung | 4’073 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Erstnennung | um 1160 als Ursei |
| Verwaltung | Route de Moudon 5, 1670 Ursy |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Die Gemeindegeschichte bis zur Fusion von 2025
2001 schlossen sich Ursy, Bionnens, Mossel und Vauderens zusammen. 2012 kam Vuarmarens hinzu, das bereits Morlens seit 1991 und Esmonts seit 2006 umfasste. Zum 1. Januar 2025 folgte Montet-Glâne. Ältere Darstellungen mit sieben Dörfern beschreiben deshalb nicht mehr den aktuellen Gebietsstand.
Die Gemeinde liegt nahe der Waadtländer Grenze und der Verbindung zwischen Romont und Moudon. Die früheren Verwaltungsräume waren eng mit der Herrschaft und dem späteren Bezirk Rue verbunden. Die heutigen Nachbargemeinden umfassen unter anderem Siviriez, Le Flon und Rue.
Ursy und Saint-Maurice
Um 1160 ist Ursy als Ursei überliefert. Archäologische Funde reichen weiter zurück: Auf dem Gemeindegebiet wurden Spuren aus der späten Bronzezeit und römische Trocken- beziehungsweise Räucheranlagen entdeckt. Die schriftliche Erstnennung ist daher kein Beginn der Besiedlung.

Die Kirche Saint-Maurice wurde 1861–1869 errichtet. Mit ihrer Fertigstellung ging 1869 der Sitz der Pfarrei von Morlens nach Ursy über. Damit verschob sich der kirchliche Mittelpunkt einer schon lange bestehenden regionalen Verbindung. Die Kirche steht im heutigen Dorfzentrum nahe dem alten Schulhaus.
Das HLS nennt ein Schulgebäude von 1906 und seinen späteren Ersatz von 1987. Inzwischen führt die Gemeinde die Kindergarten- und Primarklassen an einem gemeinsamen Standort. Die alten und neuen Schulbauten stehen für unterschiedliche Entwicklungsphasen des Hauptorts.
Käse aus Sandsteinhöhlen
Mifroma ist seit 1965 mit Ursy verbunden. Der heutige Betreiber beschreibt die Reifung von Käse in Sandsteinhöhlen, die in den Hang geschlagen wurden. Temperatur und Feuchtigkeit bilden den Rahmen für die Affinage, also die Pflege und Reifung der Laibe.
Die Betreiberinformationen unterscheiden Ursy von einem weiteren Höhlenstandort in Reichenbach. Die Käsewirtschaft hat Ursy zu einem Arbeits- und Verarbeitungsort der südlichen Glâne gemacht. Eine 2006 errichtete Käserei bündelte zudem fünf frühere Milchgenossenschaften der Region.
Die Höhlen sind Teil eines Produktions- und Reifungsbetriebs. Ein frei zugängliches touristisches Höhlenangebot wird auf Grundlage dieser Informationen nicht zugesagt. Für einen Besuch oder eine fachliche Anfrage ist der Betreiber zuständig. Frühere Beschäftigtenzahlen werden hier nicht als heutiger Personalbestand übernommen.
Morlens und Esmonts: Namen aus dem Jahr 996
Morlens ist 996 als Morlingis genannt. Die alte Pfarrei wird zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert eingeordnet und gehört zu den frühen kirchlichen Strukturen des heutigen Kantons. Die Kirche Saint-Maurice und Saint-Médard wurde 1493 neu aufgebaut und 1678 restauriert. Der spätere Übergang des Pfarrsitzes nach Ursy nimmt Morlens seine lange Geschichte nicht.
Esmonts wird ebenfalls 996 erwähnt, als villa de Mont. König Rudolf III. von Burgund übertrug damals dem Ritter Balfred und seiner Frau Willerma Güter aus dem Besitz von Saint-Maurice. Die Bezeichnung ès Monts ist für 1832 überliefert. Der Ort blieb kirchlich mit Morlens und später Ursy verbunden; Gemeindestatuten bestanden seit 1745.
Montet-Glâne und Vuarmarens
Montet (Glâne) ist 1255 als Montez belegt. Mit Vuarmarens bildete es die alte Herrschaft Montet-Villardens oder Villardin. Die Burg über der Broye wurde im 16. Jahrhundert zerstört. Drei bronzezeitliche Armringe und ein frühmittelalterlicher Friedhof weisen auf ältere Besiedlung hin.
Im späteren 20. Jahrhundert entwickelte sich Montet stärker als Wohnort. Eine Wiederherstellung von Waldflächen ist für 1988–1998 dokumentiert. Der Zusammenschluss von 2025 führt diese Ortsgeschichte heute innerhalb von Ursy weiter. Montet-Glâne ist von Montet im Freiburger Broyebezirk und der Gemeinde Les Montets zu unterscheiden.
Vuarmarens ist 996 als in villa Vualmarengi überliefert. Auf eine gallorömische Siedlung folgte ein frühmittelalterlicher Friedhof. Die mittelalterlichen Beziehungen zur Herrschaft Villardin verbinden den Ort besonders mit Montet. Eigene Gemeindestatuten stammen von 1844. Vor dem Anschluss an Ursy hatte Vuarmarens selbst bereits Morlens und Esmonts aufgenommen.
Vauderens und sein Bahnhof
Vauderens erscheint im 12. Jahrhundert als Vualdenens. Eine Nennung des Guilelmus de Vualdenens liegt vor 1173. Der Ort entwickelte sich als verstreute Siedlung am rechten Rand des oberen Broyetals.
Mit der Bahnstrecke Lausanne–Bern von 1862 verdichtete sich die Bebauung rund um den Bahnhof. Der Tunnel von Vauderens wurde 1997–2000 erweitert; zugleich änderte sich die Linienführung zwischen Vauderens und Siviriez. Die Gemeinde führt den Bahnhof heute weiterhin als wichtigen öffentlichen Zugang zu Ursy und seinen Ortsteilen.
Eine Schule wurde 1892 gebaut. Von 1985 bis 2006 bestand eine Orgelmanufaktur. Diese abgeschlossene Betriebsgeschichte wird von den aktuellen Verkehrs- und Wohnfunktionen des Dorfes getrennt.
Mossel und Bionnens
Mossel ist seit der Mitte des 12. Jahrhunderts unter Namensformen wie Moncels und Muncels bekannt. 1245 schenkte Guillaume de Saint-Martin-du-Chêne dem Kloster Hautcrêt Land und Gerichtsrechte. Das Kloster betrieb dort eine Grangie. Ein später noch genannter chemin des convers erinnert an die Rolle der Klosterbrüder in der Region.
Die Kapelle von Mossel wurde 1891 als Notre-Dame-de-Compassion gebaut und trägt heute das Patrozinium Sacré-Cœur. Der Ort wechselte 1939 kirchlich von Promasens nach Porsel. Diese Verbindung unterscheidet ihn von den Dörfern der Pfarrei Ursy-Morlens.
Bionnens ist 1369 als Byonens genannt; der alte deutsche Name lautet Bionning. Römische Funde wurden 1834 entdeckt. Die kleine Herrschaft blieb von 1574 bis 1838 in der Familie Techtermann. Im 19. Jahrhundert gehörte auch das Strohflechten zur Ortswirtschaft. Heute wird Bionnens als kleiner Dorfteil im gemeinsamen Gemeinderaum behandelt.
Ein gemeinsamer Schulstandort
Die Gemeinde bestätigt, dass die Kindergarten- und Primarklassen des Schulkreises Ursy-Montet an einem Standort in Ursy zusammengeführt sind. Das Bulletin 2026/2027 enthält die Klassen von 1H bis 8H und aktuelle Jahresinformationen. Für die Kinder aus den verschiedenen Dörfern sind Schulbusse organisiert.

Die ausserschulische Betreuung richtet sich an die im Schulkreis unterrichteten Kindergarten- und Primarkinder. Sie verbindet Betreuung, Mahlzeiten und altersgerechte Aktivitäten. Für 2026/2027 verwaltet die Gemeinde Anmeldung und Belegungsplanung über MonPortail. Verfügbare Module und Plätze sind mit der zuständigen Stelle zu klären; die veröffentlichten Bedingungen enthalten keine Garantie für einen Platz.
Mit der Bahn nach Vauderens oder mit dem Bus nach Ursy
Für die Bahnreise ist Vauderens der örtliche Bahnhof. Die TPF-Linie 473 Romont–Ursy–Palézieux bedient den Hauptort; die Linie 474 Romont–Vauderens–Moudon erschliesst zusätzlich den Bahnhof und weitere Haltestellen. Im aktuellen Fahrplan sind unter anderem Ursy, village, Ursy, La Scie, Vauderens, gare und Esmonts, bif. aufgeführt.
Die Gemeinde verweist für Reisen in alle acht Dörfer auf die Fahrplanauskunft. Eine Haltestelle am Abzweig ist dabei nicht automatisch identisch mit dem Dorfkern. Für Linie 474 ist ab 12. Oktober 2026 ein angepasster Fahrplan veröffentlicht. Die Verwaltung liegt an der Route de Moudon 5 im Hauptort.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de Moudon 5, 1670 Ursy.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.
- Gemeinde Ursy
- Kanton Freiburg: zivilrechtliche Bevölkerung
- Historisches Lexikon: hls
- Historisches Lexikon: hls0
- Historisches Lexikon: hls1
- Historisches Lexikon: hls2
- Historisches Lexikon: hls3
- Historisches Lexikon: hls4
- Historisches Lexikon: hls5
- Historisches Lexikon: hls6
- Ursy: Schulbulletin 2026/2027
- TPF: Linie 473, 2026
- TPF: Linie 474, 2026
- Ursy: Gemeindeverwaltung