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Wislikofen

Wislikofen in Zurzach: Propstei, Bildungshaus und Dorfgeschichte im Tägerbachtal.

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Helle Propsteigebäude mit Kirchturm und Garten in Wislikofen
Propstei Wislikofen mit Kirche und Garten, Aufnahme vom April 2010. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0.

Wislikofen liegt im Tägerbachtal im Studenland. Die Propstei erinnert an die jahrhundertelange Verbindung zum Kloster St. Blasien und beherbergt heute ein Bildungshaus und Seminarhotel. Seit 2022 gehört das Dorf zur Gemeinde Zurzach.

Wislikofen auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Zurzach
Heutige GemeindeZurzach
StatusOrtschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde
Erste Nennung1107 «Wiscilinchoven»
PropsteiSchenkung an St. Blasien 1113; Bildungshaus seit 1976
GemeindegeschichteMellstorf seit 1899; Fusion zu Zurzach 2022

Eine Verbindung in den Schwarzwald

1113 schenkten die Herren von Waldhausen Besitz in Wislikofen dem Benediktinerkloster St. Blasien. Die Propstei verwaltete Güter und Einkünfte in der Region. Später war sie eher Verwaltungsstelle und seelsorgerliches Zentrum als ein grosses Kloster mit zahlreichem Konvent.

Die Kirche erhielt 1137 Tauf- und Begräbnisrechte; bis ins 14. Jahrhundert kamen die vollen Pfarreirechte hinzu. Böbikon gehörte lange zur Pfarrei, Mellstorf kam 1832 und Rümikon 1857 dazu. Wislikofen war damit über den eigenen Dorfkern hinaus kirchlich bedeutsam.

Von der Propstei zum Bildungshaus

In verschiedenen Bauphasen wurde die Anlage erneuert und erweitert. In Kriegszeiten bot sie Mönchen aus St. Blasien Zuflucht. Nach der endgültigen Aufhebung 1807 erhielt die katholische Pfarrei die Kirche zur Nutzung; die übrige Propstei wurde später verkauft.

Eine umfassende Renovation in den 1970er Jahren rettete die gefährdete Anlage. 1976 eröffnete die Römisch-Katholische Landeskirche Aargau das Bildungshaus. Heute verbindet die Propstei Seminarbetrieb, Kurse und Übernachtungen mit den historischen Räumen und dem Klostergarten.

Dorf und Landwirtschaft

Wislikofen blieb lange stark landwirtschaftlich geprägt. Eine Güterregulierung von 1959 bis 1979 veränderte die Flurstruktur; Siedlungshöfe ergänzen die Betriebe im Dorf. Hecken, Wiesen und bewaldete Hügel bilden den Rahmen des Tägerbachtals.

Hauptstrasse Wislikofen vor Wiesen mit Wegweisern nach Böbikon und zur Propstei
Hauptstrasse in Wislikofen mit Wegweiser zur Propstei, Aufnahme vom August 2025. Foto: Arkelin · CC BY 4.0.

1899 wurde das benachbarte Mellstorf eingemeindet. Die beiden Dörfer behielten ihre Namen und ihr eigenes Ortsbild. Seit der Fusion von 2022 sind sie Ortschaften innerhalb derselben grösseren Gemeinde Zurzach.

Wege durchs Tägerbachtal

Die Gemeinde beschreibt eine kurze Wanderverbindung vom Bahnhof Mellikon durch den Chessel nach Wislikofen. Die Propstei eignet sich als Ausgangs- oder Zielpunkt eines Ausflugs in die hügelige Landschaft. Das ist eine Orientierung für die Planung; für konkrete Wege und Busverbindungen gelten aktuelle Karten und Fahrpläne.

Kursangebote, Gastronomie und Zimmer veröffentlicht der Betreiber der Propstei. Der Ortsartikel Mellstorf ergänzt Kapelle und Trotte des Nachbardorfs; der Gemeindeartikel Zurzach beschreibt gemeinsame Verwaltung und Schule.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.