Estavannens
Estavannens mit Ober- und Unterdorf, Poya-Tradition, Kirche über dem Tal sowie Wasserfall und Kapelle des Dâh in Bas-Intyamon.
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Estavannens liegt mit seinem Ober- und Unterdorf am rechten Ufer der Saane. Die Kirche über den Häusern, die Holzbauten und die Tradition der Poya geben dem Ort ein eigenes Gesicht. Mit Enney und Villars-sous-Mont bildet das Dorf seit 2004 Bas-Intyamon. Im Alltag ist Estavannens zugleich ein Schul- und Betreuungsstandort der Gemeinde.
Steckbrief
| Ort | Estavannens |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Bas-Intyamon |
| Kanton und Bezirk | Freiburg · District de la Gruyère |
| Ortssprache | Französisch |
| Siedlungsteile | Estavannens Dessus und Estavannens Dessous |
| Gemeindezugehörigkeit | Bas-Intyamon seit 1. Januar 2004 |
Oberdorf, Unterdorf und Kirche
Die beiden Siedlungsteile heissen Estavannens Dessus und Estavannens Dessous. La Gruyère Tourisme empfiehlt den Gang durch das «Village d’en Haut» mit seinen alten Gassen und den Blick von der Kirche ins Intyamon. Der Talboden mit Enney liegt auf der gegenüberliegenden Flussseite.
Die Kirche ist der heiligen Maria Magdalena gewidmet. Eine Kapelle ist seit dem 14. Jahrhundert überliefert; 1635 wurde eine neue Kirche geweiht. Estavannens hatte sich 1578 von der Pfarrei Broc gelöst. Grandvillard gehörte zunächst dazu und wurde 1614 selbständig. Eine Besichtigung des Innern hängt vom tatsächlichen Zugang vor Ort ab.
Die Poya als Bild und Fest
Poyas zeigen den Alpaufzug von Vieh und Menschen. Die touristische Route «À la découverte des poyas» führt von Estavannens durch die ländliche Architektur von Grandvillard bis Lessoc. Sie ist mit 12 Kilometern, 3 Stunden 30 Minuten und 461 Metern Aufstieg angegeben.
Seit 1956 fanden in Estavannens grössere Poya-Feste in unregelmässigen Abständen statt. Daraus lässt sich kein jährlich wiederkehrender Termin ableiten. Wer eine Veranstaltung besuchen möchte, findet aktuelle Hinweise im Kalender von Bas-Intyamon. Die gemalten Alpaufzüge und die Landwirtschaft sind auch ausserhalb eines Festjahres Teil des Ortsbildes.
Wasserfall und Gedächtniskapelle am Dâh
Oberhalb des Dorfes liegen der Wasserfall und die Kapelle des Dâh. Ihr Hintergrund ist ein Lawinenunglück von 1841, bei dem junge Männer beim winterlichen Transport von Heu aus den Alpen ums Leben kamen. Ein zunächst errichtetes Oratorium wurde 1846 durch eine Kapelle ersetzt.
Die Beschreibung von La Gruyère Tourisme ordnet den Ort als Erinnerungsstätte ein. Die dort erwähnte Überlieferung von heilkräftigem Wasser ist eine lokale Erzählung; ein gesundheitlicher Nutzen ist damit nicht belegt. Für einen Dorfausflug bietet sich die Verbindung von Kirchenumgebung und Dâh als redaktioneller Vorschlag an. Wegzustand und Wetter bestimmen, ob der Zugang sinnvoll ist.
Geschichte und heutiger Dorfbereich
Der schriftliche Ortsname «Extavanens» ist 1231 belegt. Nach dem Ende der Grafschaft Greyerz 1555 kam Estavannens unter Freiburg; einzelne Bewohner widersetzten sich dem Herrschaftswechsel. Neben Viehzucht und Wiesenwirtschaft war im 19. Jahrhundert auch Strohflechterei verbreitet.
Die Schule steht an der Rue du Village-d’Enbas 45. Im Schulgebäude befindet sich auch die schulergänzende Betreuung von Bas-Intyamon und Grandvillard. Sie betreut Kinder während der Schulzeit, jedoch nicht in den Schulferien. Ein öffentlicher Spielplatz liegt an der Route de la Scie 1a, ein ausgewiesener Picknickplatz an der Rue du Village d’Enbas 26.
Anreise über Enney
Die nahe Bahnstation ist Enney an der Strecke Bulle–Montbovon. Für den Zugang zum Poya-Weg nennt der Tourismusverband etwa 15 Minuten zu Fuss ab der Station. Als weitere Möglichkeit führt er den Bus 264 bis «Enney, zone d’activités» an, ausdrücklich mit begrenztem Angebot. Die Fahrplanlinks der Gemeinde helfen bei der Planung; eine Bahnstation direkt im Dorf Estavannens gibt es nicht.
Karte
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Quellen und Prüfstand
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