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Rue

Rue: mittelalterliche Hügelstadt und Circuit Secret, sieben Dörfer seit der Fusion 2025, Promasens, Menhir, Schulen und Bahnanschluss.

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Rue au-dessus de la Broye
Rue am 8. Juni 2008. Foto: Meinrad Périsset · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Über der oberen Broye stehen Schloss, Kirche und Häuser von Rue dicht auf einem Hügel. Die kleine mittelalterliche Stadt ist der auffälligste Ort einer Gemeinde, die seit 2025 auch Dörfer auf der anderen Flussseite umfasst. Ein Besuch kann vom Schlossberg zu den Kirchen von Promasens und Chapelle oder zur grossen «Pierre du dos à l’âne» an der Grenze zu Waadt führen.

Rue liegt im französischsprachigen Teil des Kantons Freiburg, im Bezirk Glâne. Die politische Gemeinde besteht heute aus sieben Dörfern und mehreren Weilern. Ihre Verwaltung befindet sich in Ecublens FR; das historische Städtchen Rue und die heutige Gesamtgemeinde sind deshalb räumlich zu unterscheiden.

Rue auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Glâne
BFS-Nr.2097
Bevölkerung2’638 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
Erstnennung1152 als Rota
VerwaltungRoute d’Eschiens 21, 1673 Ecublens FR
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Sieben Dörfer, zwei Seiten der Broye

Rue, Blessens, Gillarens, Promasens, Auboranges, Chapelle (Glâne) und Ecublens bilden die heutige Gemeinde. Blessens kam bereits 1993 zu Rue, Gillarens und Promasens folgten 2001. Mit der Fusion vom 1. Januar 2025 wurden auch Auboranges, Chapelle und Ecublens Teil von Rue. Damit reicht das Gemeindegebiet seitdem über beide Ufer der Broye.

Zu Blessens gehört Arlens; Ecublens umfasst auch Eschiens und Villangeaux. Die Dörfer haben unterschiedliche kirchliche, landwirtschaftliche und administrative Geschichten. Ihre Namen bleiben im Alltag wichtig, etwa für die Schulstandorte, die Bushaltestellen oder die Adresse der Gemeindeverwaltung.

Eine savoyische Stadt auf engem Raum

Rue ist 1152 als Rota belegt; der frühere deutsche Name lautet Rüw. Die Herren von Rue besassen eine Burg mit einem benachbarten Burgflecken und standen im Dienst der Grafen von Genf. In deren Krieg gegen Pierre II. von Savoyen wurde das Schloss 1237 zerstört.

Pierre II. begann 1251 mit dem Wiederaufbau und setzte 1258 einen Kastellan ein. Die eigentliche Ville neuve entstand zwischen 1264 und 1271. Zwischen 1285 und 1293 erhielt sie die Stadtrechte von Moudon. Wochenmarkt und Jahrmärkte machten Rue zu einem Handelsplatz; die Konkurrenz von Moudon, Lucens und Romont begrenzte jedoch sein Wachstum.

Stadtzentrum von Rue an der Rue du Casino
Die Rue du Casino am 14. Mai 2019. Foto: Roland Zumbühl · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Der enge Hügel prägt den Stadtgrundriss. Die Häuser der Gassen, die Kirche und das darüber liegende Schloss teilen sich einen begrenzten Raum. Die drei früheren Stadttore sind verschwunden, doch die Lage der Gebäude macht die mittelalterliche Anlage weiterhin verständlich. Vom Stadthügel öffnet sich der Blick über die Broye und bei entsprechender Sicht zu den Voralpen.

1536 kam Rue zu Freiburg und wurde Sitz einer Vogtei. Nach 1798 behielt es zunächst eine Verwaltungsfunktion als Präfektur. Deren Aufhebung 1848 beendete diese zentrale Rolle; Rue gehört seither zum Bezirk Glâne. Der Staat verkaufte das Schloss 1856. Es befindet sich weiterhin in Privatbesitz.

Circuit Secret: mit dem Schlüssel zu fünf Stationen

Der Circuit Secret Rue eröffnet einen organisierten Zugang zu fünf Stationen in der Stadt und im Schloss. Zu Beginn erhält man einen Schlüssel, mit dem sich die vorgesehenen Türen öffnen lassen. Das Angebot ist damit von einem frei zugänglichen Rundgang durch sämtliche privaten Schlossräume zu unterscheiden.

Licht- und Klanginstallationen der Freiburger Künstler Samuel Embleton und Arnow erzählen Geschichten, Legenden und Anekdoten. Zu den Themen gehören Napoleons Truppen, Ferdinand Ferbers Flugmaschinen und eine Hexengeschichte. Die Inszenierungen verbinden historische Bezüge mit erzählerischen Elementen.

Die Tourismusorganisation gibt eine Dauer von etwa 90 Minuten an. Nach den geprüften Besuchsinformationen ist der Rundgang täglich zwischen 9 und 19 Uhr möglich; der letzte Start ist um 17.30 Uhr. Für Buchung, Schlüssel und mögliche Änderungen sind die Angaben des Anbieters massgebend. Daneben werden geführte Stadtbesuche über Romont Région angeboten.

Saint-Nicolas und die alte Pfarrei von Promasens

Die Kirche Saint-Nicolas gehört zur Silhouette von Rue. Eine Kapelle ist vor 1336 belegt; ein Taufbecken erhielt sie 1436. Kirchlich war Rue lange mit Promasens verbunden. Die selbstständige Pfarrei entstand 1638.

Saint-Nicolas in Rue
Die Kirche Saint-Nicolas am 14. Mai 2019. Foto: Roland Zumbühl · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Promasens, vor 1166 erwähnt und früher auf Deutsch Promasing genannt, lag an der römischen Verbindung Vevey–Moudon. Im 19. Jahrhundert wurden dort römische Münzen gefunden. Seine Pfarrei umfasste früher mehrere Dörfer der heutigen Gemeinde sowie weitere Orte der Umgebung; Rue, Chapelle und Gillarens lösten sich später davon.

Die heutige Kirche Saint-Pierre-et-Paul wurde 1869–1872 gebaut. Ihre Glasfenster von Willy Jordan aus dem Jahr 1953 geben dem Kirchenraum einen eigenen künstlerischen Schwerpunkt. Für eine Besichtigung ist die kirchliche Nutzung zu berücksichtigen; feste touristische Öffnungszeiten sind in den geprüften Quellen nicht ausgewiesen.

Saint-Pierre-et-Paul in Promasens
Die Kirche von Promasens am 28. September 2013. Foto: Christophe95 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Chapelle und Gillarens: eine gemeinsame Kirchengeschichte

Chapelle (Glâne) hiess bis 1953 offiziell Chapelle-sur-Gillarens. Das Historische Lexikon nennt 1354 als Capella als Erstbeleg. Die Kapelle Notre-Dame-des-Champs geht ungefähr auf die Zeit um 1300 zurück; 1518 wurde sie durch ein Kirchenschiff erweitert.

Die Ausmalung durch den italienischen Künstler Anselmo Francesconi aus dem Jahr 1988 setzt einen jüngeren Akzent in dem alten Bau. Seit 1928 bilden Chapelle und Gillarens eine eigene Pfarrei. Schon 1674 hatten die beiden Orte gemeinsam eine Kaplanei eingerichtet.

Gillarens erscheint im 12. Jahrhundert als Gislerens. Zwischen 1147 und 1150 überliess die Abtei Saint-Maurice dort Land gegen einen Zins dem Kloster Hautcrêt. Diese Beziehung zu zwei Klöstern und die Verbindung mit Chapelle gehören zur eigenen Geschichte des Dorfs, das später über die Herrschaft und Vogtei Rue mit Freiburg verbunden war.

Auboranges und die Pierre du dos à l’âne

Auboranges liegt auf der linken Seite der Broye nahe der Kantonsgrenze. Der Ort ist 1155 als Alburengens belegt. 1317 tauschte Louis II. von Savoyen-Waadt seine dortigen Herrschaftsrechte gegen Rechte der Abtei Saint-Maurice in Vuadens; die hohe Gerichtsbarkeit behielt er.

Nach der Reformation blieb Auboranges katholisch und wechselte von der Pfarrei Châtillens zu Promasens. Dennoch mussten seine Bewohner bis ins 17. Jahrhundert zum Unterhalt des reformierten Pfarrers von Châtillens beitragen. Die Kantons- und Konfessionsgrenze verlief hier nicht einfach entlang aller älteren Verpflichtungen.

An der Grenze zwischen Essertes VD und Auboranges FR steht die Pierre du dos à l’âne. Die Gemeinde beschreibt den Menhir als etwa 5,6 Meter hoch und 25 Tonnen schwer. Lange lag er teilweise unter der Erde; nach seiner archäologischen Wiedererkennung 1991 wurde er versetzt, aufgerichtet und sichtbar gemacht. Die genaue ursprüngliche Bedeutung des Steins ist nicht bekannt.

Ecublens, Eschiens, Villangeaux und Blessens

Das Freiburger Ecublens ist vom gleichnamigen Ort in Waadt zu unterscheiden. Der frühere deutsche Name lautet Scubilingen; ein Beleg von 1180 nennt Escublens. Das Strassendorf am linken Broyeufer bildete mit Eschiens und Villangeaux ab 1883 eine Verwaltungseinheit. Die vollständige Gemeindefusion folgte 1969.

Gallo-römische Siedlungsspuren wurden bei Villangeaux und nördlich von Ecublens gefunden. Die 1939 errichtete Kreuzkapelle wurde 2019 entweiht; sie ist daher nicht als unverändert genutzte Pfarrkirche zu behandeln. Heute hat Ecublens mit der Gemeindeverwaltung an der Route d’Eschiens 21 eine neue administrative Rolle innerhalb von Rue.

Blessens ist seit 1155 belegt. Eine reich ausgestattete keltische Bestattung und römische Funde weisen dort auf deutlich ältere Besiedlung hin. Die Kapelle Saint-Joseph von 1683 und der zugehörige Weiler Arlens ergänzen das Ortsbild. Kirchlich ist Blessens mit Promasens verbunden.

Drei Schulorte und Betreuung in Promasens

Der Schulkreis Rue betreut die Kinder der heutigen Gemeinde von 1H bis 8H. Die Stufen verteilen sich auf drei Orte: 1H und 2H in Chapelle an der Route du Verger 51, 3H bis 6H in Rue an der Place de la Foire 1 und 7H und 8H in Promasens an der Route de Blessens 2. In Rue befindet sich auch die Schulleitung.

Die schulergänzende Betreuung Les Glânetons befindet sich an der Route de Blessens 10 in Promasens. Sie ist für Kinder von 1H bis 8H des Schulkreises vorgesehen. Die geprüften Angaben nennen Montag bis Freitag, 6.45–18.30 Uhr. Die Einschreibung, Module und Platzverfügbarkeit werden durch die Betreuung geregelt; für einzelne Mittagsmodule bestehen im Schuljahr 2026/27 Wartelisten.

Bahn in Ecublens, Bus zur Hügelstadt

Der Bahnhof Ecublens-Rue liegt bei Ecublens und ist vom historischen Städtchen zu unterscheiden. Die Bahnverbindung durch das Broyetal besteht seit 1874. Für einen Stadtbesuch ist neben dem Bahnhofsstandort auch der Anschluss zum eigentlichen Ziel zu beachten.

Die TPF-Linie 473 Romont–Ursy–Palézieux bedient unter anderem Rue, ville, Rue, Chez Cottet, Promasens, église und Gillarens, bif. rte cantonale. Sie verbindet die Gemeinde mit Ursy und Romont. Nicht jeder Haltestellenname bezeichnet das Dorfzentrum: Bei Gillarens liegt der genannte Halt an der Abzweigung der Kantonsstrasse. Verbindungen für den konkreten Tag sind im aktuellen Fahrplan zu prüfen.

Redaktioneller Ausflugsvorschlag: Zunächst die Gassen und den Stadthügel von Rue erkunden und den Circuit Secret bei Interesse separat buchen. Ein zweiter Besuch kann sich auf Promasens oder die Kapelle Notre-Dame-des-Champs konzentrieren. Der Menhir bei Auboranges ist ein weiteres, räumlich getrenntes Ziel; diese Orte werden hier nicht als ein einziger ausgeschilderter Wanderweg beschrieben.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route d’Eschiens 21, 1673 Ecublens FR.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.