Vuisternens-devant-Romont
Vuisternens-devant-Romont mit neun Dörfern: Kirchen, La Neirigue, Sommentier und La Joux, landwirtschaftliche Landschaft und die gemeinsame Schule.
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Vuisternens-devant-Romont umfasst neun Dörfer zwischen Romont und Bulle. Die Ortskerne, Kirchen und verstreuten Höfe verteilen sich über eine landwirtschaftliche Landschaft. Vom historischen Hauptort führt der Blick nach Sommentier und La Joux, zum kleinen La Neirigue und zu den übrigen früheren Gemeinden.
Die französischsprachige Gemeinde gehört zum Bezirk Glâne des Kantons Freiburg. Ihr Name unterscheidet sie von Vuisternens-en-Ogoz in der heutigen Gemeinde Gibloux. Der alte deutsche Name lautet Winterlingen bei Remund.
Vuisternens-devant-Romont auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Glâne |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2113 |
| Bevölkerung | 2’410 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Erstnennung | 1162 als Wisternens |
| Verwaltung | Route de Bulle 27, 1687 Vuisternens-devant-Romont |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Eine Gemeinde mit neun Dorfgeschichten
2003 vereinigten sich Vuisternens-devant-Romont, Estévenens, La Joux, La Magne, Les Ecasseys, Lieffrens, Sommentier und Villariaz. La Neirigue folgte 2004. Die heutige Gemeinde entstand damit aus neun früheren politischen Gemeinden, deren Ortsnamen weiterhin verwendet werden.
Die Verbindungen nach Romont und Bulle prägen den Hauptort. Andere Ortsteile liegen abseits dieser Achse oder an der Neirigue. Die Landwirtschaft und die älteren kirchlichen Beziehungen bilden gemeinsame Bezüge; einzelne Dörfer hatten historisch aber auch Bindungen an Rue oder Greyerz.
Vuisternens: Zwei Ortskerne und eine alte Pfarrei
Das HLS unterscheidet im Hauptort einen Kern bei der Kirche und einen weiteren beim früheren Bahnhof. Ein Wibertus de Wisternens ist 1162 im Urkundenbuch des Klosters Hautcrêt genannt. Diese Erwähnung belegt den Namen, ohne einen Gründungszeitpunkt festzulegen.

Die Herrschaft wechselte unter anderem zwischen den Familien Oron, La Baume, Challant und Maillard; 1625 erwarb Freiburg sie. Gemeindestatuten sind seit 1788 bekannt. Die Pfarrei ist 1228 belegt und umfasste ein grosses Gebiet der oberen Glâne.
Die Kirche der Nativité wurde 1553 und erneut 1815–1825 aufgebaut. Im 17. Jahrhundert erscheint zusätzlich das Patrozinium Saint-Jacques. Zur örtlichen Sakrallandschaft gehört auch die Kapelle von Mounaz aus dem Jahr 1610, zunächst der Muttergottes und später dem heiligen Petrus geweiht.
Sommentier und Lieffrens
Sommentier ist 1247 als Somentier belegt. Klöster wie Hautcrêt und Hauterive besassen hier Güter. Die Kapelle Sainte-Anne entstand 1918–1920, die Pfarrkirche 1933–1934. Seit 1934 bildet Sommentier eine eigene kirchliche Verbindung mit Lieffrens.

Lieffrens, bereits 1147 als Leifres genannt, besteht aus verstreuten Höfen. Ein Dokument von 1247 erwähnt eine Kirche; ob sie damals Sitz der später nach Vuisternens verlegten Pfarrei war, bezeichnet das HLS als Möglichkeit. Das Oratorium Notre-Dame du Rosaire wurde 1993 restauriert. Die Geschichte des Ortes hängt damit eng mit der kirchlichen Entwicklung seiner Nachbardörfer zusammen.
La Joux: Von der Kaplanei zur Pfarrei
La Joux ist 1301 als Jour überliefert und liegt nahe der Verbindung Romont–Bulle. Die Ortsgeschichte führte bis 1848 über die Vogtei beziehungsweise den Bezirk Rue. Kirchlich gehörte La Joux zunächst zu Vuisternens.
Eine Stiftung von Jean Pittet und seiner Frau ermöglichte 1720 eine Kaplanei. Die Kapelle Saint-Jean-Baptiste wurde 1729 errichtet und später erweitert; die Kapläne unterrichteten auch die Kinder. 1886 entstand eine eigene Pfarrei. Die neue Kirche folgte 1902–1905. La Joux besitzt dadurch eine eigene Geschichte von Unterricht und kirchlicher Selbstständigkeit innerhalb der heutigen Gemeinde.
La Neirigue und Saint-Garin
La Neirigue liegt im Tal des gleichnamigen Glânezuflusses. 930 erscheint der Name Nigra aqua. Damals überliess die Abtei Saint-Maurice dem Grafen Turimbert hier Land. Später gehörte der Ort zur Herrschaft Grangettes.
Die Kapelle Saint-Garin wurde 1651 gegründet und 1735 neu aufgebaut. Sie ist ein regionaler Pilgerort. La Neirigue wechselte 1956 kirchlich von Vuisternens nach Berlens. Ein anderer Teil der Landschaftsgeschichte ist die frühere Kiesgrube, die 1983 in einen Teich umgewandelt wurde. Daraus wird hier kein öffentliches Badeangebot abgeleitet.
Estévenens, Villariaz, La Magne und Les Ecasseys
Estévenens liegt rechts der Neirigue und ist 1403 als Estevenes belegt. Ein grösserer gallorömischer Siedlungsplatz am Ort Côte à Maillan wurde erstmals 1886 erwähnt. Die Herrschaft gehörte zunächst zu den Grafen von Greyerz und gelangte 1274 unter Savoyen. Diese ältere Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte ergänzt das Bild des heutigen Landwirtschaftsdorfes.
Villariaz erscheint 1148 als Vilar Roart. In jenem Jahr schenkte Guido d’Épendes sein freies Eigentum dem Kloster Hauterive. Später besassen verschiedene Adels- und Patrizierfamilien Rechte am Ort. Villariaz blieb kirchlich mit Vuisternens verbunden.
La Magne, 1364 als Alamania erwähnt, besteht aus verstreuten Höfen abseits der Hauptstrasse. Zum Ort gehört das Oratorium Notre-Dame-des-Petits-Marais. Eine Milchgenossenschaft wurde 1946 gegründet. Der Siedlungscharakter unterscheidet sich damit von einem kompakten Dorfkern.
Les Ecasseys ist 1427 als es Escace belegt. Das grosse Gut Fort Lambert oder Lamberg nahm einen bedeutenden Teil des früheren Gemeindegebiets ein. Die Geschichte der Torfgewinnung verbindet den Ort mit der Glashütte von Semsales. Auf dem Hof Lacran endete 1989 die Herstellung von Gruyère ausserhalb einer Milchgenossenschaft oder eines Alpchaletbetriebs. Diese Sonderform der Käseproduktion wird als Geschichte beschrieben, nicht als aktuelles Besuchsangebot.
Hansel & Gretel als gemeinsamer Schulort
Die heutige Primarschule versammelt Kinder aus allen neun Dörfern. Ihr Gebäude Hansel & Gretel wurde nach Plänen von M+B Zurbuchen-Henz gebaut und am 23. September 2006 eröffnet. Für das Schuljahr 2026/2027 kündigt der Betreiber die Feier seines zwanzigjährigen Bestehens an.
Die ausserschulische Betreuung befindet sich an der Route de Sommentier 51 und richtet sich an Kinder der Kindergarten- und Primarklassen. Für konkrete Module und Anmeldungen veröffentlicht die Gemeinde die aktuellen Unterlagen. Zusammen mit Siviriez gibt es zusätzlich Ferienbetreuung in Vuisternens; auf der kommunalen Seite liegt ein Anmeldeformular für den Herbst 2026 vor.
Dorfbesuche und heutige Verkehrsverbindungen
Die TPF-Linie 454 Romont–Bulle erschliesst den Hauptort und Villariaz. Die frühere Bahnhaltestelle an der 1868 eröffneten Strecke ist Teil der Ortsgeschichte; die heutigen Anschlüsse sind im aktuellen Bus- und Bahnfahrplan zu suchen.
Ein redaktioneller Vorschlag ist, den Hauptort mit einer der eigenständigen Kirchen in Sommentier oder La Joux zu verbinden. Ein anderer Schwerpunkt wäre La Neirigue mit seiner Kapelle und der Tallandschaft. Die Dörfer liegen verteilt; für jeden Besuch sind das konkrete Ziel, seine Zugänglichkeit und die tatsächlich passenden Anschlüsse zu prüfen. Die Gemeindeverwaltung steht an der Route de Bulle 27.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de Bulle 27, 1687 Vuisternens-devant-Romont.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.
- Gemeinde Vuisternens-devant-Romont
- Kanton Freiburg: zivilrechtliche Bevölkerung
- Historisches Lexikon: hls
- Historisches Lexikon: hls0
- Historisches Lexikon: hls1
- Historisches Lexikon: hls2
- Historisches Lexikon: hls3
- Historisches Lexikon: hls4
- Historisches Lexikon: hls5
- Historisches Lexikon: hls6
- Historisches Lexikon: hls7
- TPF: Linie 454, Romont–Bulle
- Vuisternens-devant-Romont: Verwaltung